Gröne/Reiser (2007) ist eine sehr sinnvoll aufgebaute Einführung in die zentralen Themen der französischen Literaturwissenschaft.
So wie auch eine entsprechende Lehrveranstaltung vorgehen könnte, arbeitet sich das Buch von der Klärung der Grundlagen (Was ist Literatur?) durch verschiedene literarische Gattungen (Lyrik, Drama, Epik) und methodische Konzepte (text- und autorzentrierte Theorien, Rezeption, Strukturalismus) bis zur Analyse von Texten in neuen Medien.
In den Kapiteln zu literaturtheoretischen und -historischen Konzeptionen wird an den entsprechenden Stellen nach vorne verwiesen, um Zusammenhänge zu verdeutlichen.
Die jeweils mit kleineren Beispielen erläuterte Theorie wird jeweils anhand eines wohlbekannten Werks exemplarisch ausgeführt - so folgen auf das Kapitel "Dramenanalyse" die "Übungen zur Dramenanalyse am Beispiel von Jean Racine: Phèdre", ebenfalls ausführlich und erhellend.
Auch das wissenschaftliche Arbeiten wird behandelt, umfasst allerdings einen m.E. überflüssigen Teil zum Hintergrund der neuen Bachelor-/Masterstudiengänge sowie zu möglichen Arbeitsfeldern von Literaturwissenschaftlern.
Stattdessen hätte ich mir eine bessere Bibliographie gewünscht. Am Ende jedes Kapitels werden zwar ein paar Angaben gemacht, doch beschränken sich diese meist auf Primärliteratur oder ganz zentrale Sekundärwerke.
Nichtsdestoweniger bietet dieses Lehrbuch sowohl einen sehr guten Einstieg für Studienanfänger als auch eine hervorragende Wiederholung für Studierende in der Prüfungsvorbereitung.
Dabei können sie durch die auch graphisch klare Gestaltung schnell einzelne Kapitel herausgreifen, ohne den gesamten Text lesen zu müssen.