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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 31.03.2004
"Was soll der Liebhaber gehobener Abenteuerliteratur heute lesen?" will Stephan Maus wissen, doch die Frage ist natürlich rhetorisch gestellt und dient lediglich als Doppelpunkt und Auftakt für die sich anschließende Jubelarie. Nicholas Christopher natürlich, lautet die Antwort, denn der ist "im Besitz des wahren Pulp-Geheimnisses": keine schlaue Ironie, sondern lustvolles und gekonntes Schöpfen aus den Reservoirs der Unterhaltungskultur. Franklin Flyer ist laut Maus ein "genuiner Pulp-Held": Geboren in einer entgleisenden Eisenbahn, ist er von Beginn an auf dem richtigen Dampfer: "Geschwindigkeit, Katastrophen, Glück im Unglück." Eine Handlungsspanne, die von 1929 bis ins Jahr 2007 reicht, birgt ausreichend Potenzial für Abenteuer, bei denen es im Zweifelsfall mindestens um die Rettung der Welt geht, wobei natürlich geheimnisvolle Frauen eine Rolle spielen. Alles, wie es sein soll - was gar nicht so einfach ist, weiß der Rezensent. Doch dank seiner stilistischen Zurückhaltung entgehe Nicholas Christopher der Stilblütenfalle, die auf den minder begabten Abenteuer-Autor wartet. Stattdessen habe er ein "sauber vernähtes Patchwork aus den bekannten Standardsituationen der Abenteuerliteratur" zu bieten: "Lakonisch schiebt sich die Nebelwand über den Highway, souverän versinkt die lange Silbernadel der ägyptischen Brosche im Herzen des Feindes." Kurzum: ein großes "Breitwandspektakel in Multicolor".
© Perlentaucher Medien GmbH
"Was soll der Liebhaber gehobener Abenteuerliteratur heute lesen?" will Stephan Maus wissen, doch die Frage ist natürlich rhetorisch gestellt und dient lediglich als Doppelpunkt und Auftakt für die sich anschließende Jubelarie. Nicholas Christopher natürlich, lautet die Antwort, denn der ist "im Besitz des wahren Pulp-Geheimnisses": keine schlaue Ironie, sondern lustvolles und gekonntes Schöpfen aus den Reservoirs der Unterhaltungskultur. Franklin Flyer ist laut Maus ein "genuiner Pulp-Held": Geboren in einer entgleisenden Eisenbahn, ist er von Beginn an auf dem richtigen Dampfer: "Geschwindigkeit, Katastrophen, Glück im Unglück." Eine Handlungsspanne, die von 1929 bis ins Jahr 2007 reicht, birgt ausreichend Potenzial für Abenteuer, bei denen es im Zweifelsfall mindestens um die Rettung der Welt geht, wobei natürlich geheimnisvolle Frauen eine Rolle spielen. Alles, wie es sein soll - was gar nicht so einfach ist, weiß der Rezensent. Doch dank seiner stilistischen Zurückhaltung entgehe Nicholas Christopher der Stilblütenfalle, die auf den minder begabten Abenteuer-Autor wartet. Stattdessen habe er ein "sauber vernähtes Patchwork aus den bekannten Standardsituationen der Abenteuerliteratur" zu bieten: "Lakonisch schiebt sich die Nebelwand über den Highway, souverän versinkt die lange Silbernadel der ägyptischen Brosche im Herzen des Feindes." Kurzum: ein großes "Breitwandspektakel in Multicolor".
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Kurzbeschreibung
Franklin Flyer, ein junger abenteuerlustiger Amerikaner, nimmt 1930 einen harmlosen Auftrag an: Er soll als Übersetzer bei einer Expedition fungieren, die in Argentinien nach dem Wundermetall Zilium sucht. 1935 engagiert ihn Otto Zuhl für sein Comic-Imperium als Zeichner. Ganz allmählich wird Franklin Flyer klar, daß Zuhl und seine Kumpanen verkappte Nazifreunde sind. Inzwischen hat der Geheimdienst ein Auge auf ihn geworfen: Er ist, dank seiner Teilnahme an der Expedition, der einzige, der den Zilium-Ring, eine gefährliche und mächtige Verschwörung von Nazis, auffliegen lassen kann. Als er schließlich im Jahre 1942 nach vielen Abenteuern in Marseille landet, trifft er unter den Kriegsflüchtlingen seine alte Liebe Narcissa und erfährt, daß er eine Tochter hat. Es gelingt ihm, die beiden außer Landes zu schmuggeln, doch dann bekommt er den gefährlichsten Auftrag seines Lebens
Über den Autor
Nicholas Christopher wurde 1951 in New York geboren. Er hat vier Romane, sieben Lyrikbände und eine Untersuchung über den Film noir veröffentlicht. Abdrucke seiner Werke finden sich in renommierten Magazinen, u. a. in The New Yorker, Esquire, The Paris Review. Er wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, beispielsweise von der Guggenheim Foundation, der Academy of American Poets, der Poetry Society of America und dem National Endowment for the Arts, um nur die jüngsten zu nennen. Zur Zeit arbeitet er an einem neuen Roman sowie an einem neuen Lyrikband. Christopher lehrte in Yale und an der New York University und ist jetzt Professor und ständiges Mitglied der Writing Divi sion der School of the Arts an der Columbia University. Derzeit werden zwei seiner Romane verfilmt. Er lebt in New York.