1964 schlüpfte Peter Cushing zum dritten Mal in die Rolle des Baron Frankenstein, 6 Jahre nach "Frankensteins Rache". Regisseur Terence Fisher war verhindert, so das Freddie Francis (der u.a. für die Kamera in David Lynch's "Straight Story" verantwortlich war) diesen Posten übernahm. Es sollte der einzige Frankenstein Film bleiben, der nicht von Fisher inszeniert wurde.
Es stimmt, dieser Film entstand unter Universal Schirmherrschaft, so das Hammer z.b. das Original Make up von Boris Karloff verwenden konnte. Heraus kam ein Monster, das man besser ganz schnell vergisst. Es sah aus wie ein Stein-Mensch und ist vollkommen uninteressant.
Aber nicht schlimm! Denn wie wir wissen, war in Hammers' Frankenstein Filmen nie das Monster im Mittelpunkt, sondern der Baron: Peter Cushing. Und in keinem Film ist dies deutlicher als in "Frankensteins Ungeheuer". Peter Cushing brilliert wie nie zuvor, spielt die Rolle seines Lebens voller Leidenschaft. Wir erleben einen Baron, der in seine Heimat zurückkehrt, wo er von jedem gehasst und verkannt wird. Die Aussage des Filmes ist ganz klar: Baron Frankenstein will nichts schlechtes tun, er wird von seinen Mitmenschen ins Unglück getrieben. Nicht er und nicht das Monster sind schlecht, sondern die Menschen des Dorfes. Deutlich wird das zum Ende des Filmes, als die Dörfler alles vernichten und Frankensteins Schüler (gespielt von Sandor Eles, der später nochmal in Hammers' "Comtesse des Grauens" auftauchte)mit Blick auf die Bewohner des Dorfes kommentiert: "Jetzt haben sie ihm alles zerstört."
Der Film hat eine psychologische Tiefe, die den Rahmen eines Horror-Films sprengt. Nach "Frankenstein schuf ein Weib" der beste unter Hammers Frankenstein Filmen, die mit dieser DVD nun komplett in Deutschland auf DVD vorliegen.