Terence Fisher am Regiesessel, Peter Cushing als Hauptdarsteller und als Thema des Filmes eine Frankensteingeschichte. Was für eine Erfolgsstory für das kleine englische Hammerstudio! Im Jahre 1957 begann alles mit "The Curse of Frankenstein" gefolgt von "The Revenge of Frankenstein" "Frankenstein created woman" und "Frankenstein must be destroyed". Allesamt großartige Filme ( Es gab noch "The evil of Frankenstein" aus dem Jahre 1964 bei dem allerdings Freddie Francis Regie führte und eine ganz andere, von den restlichen Filmen abweichende Handlung erzählt wird und "The Horror of Frankenstein" von 1970 mit Ralph Bates als jungen Viktor Frankenstein - also eine Art Episode 1 )
Trotz des eingespielten Teams wurde "Frankenstein and the monster from hell" zu einem Riesenflop. Aber warum?
Die Geschichte ist ähnlich wie in "The revenge of Frankenstein" ; damals arbeitete der Baron in einem Armenspital um Ersatzteile für seine Experimente zu bekommen, hier ist er Arzt in einem Irrenhaus. Er nennt sich jetzt Dr. Victor. In den Filmen zuvor war er schon mal Dr. Frank und Dr. Stein.(So genial er als Wissenschaftler auch ist, er hat absolut keine Phantasie wenn es um Decknamen geht!)
Ein Neuzugang, der wegen Versuche an Toten verurteilte junge Dr. Helder erkennt natürlich sein großes Idol und Frankenstein nimmt ihn, da seine eigenen Hände durch einen Unfall unbrauchbar sind, als Assistenten an. Frankenstein möchte von allen Insaßen das Beste nehmen um so einen perfekten Menschen zu schaffen. Das Hirn eines genialen Wissenschaftlers, die Hände eines großen Künstlers und den mächtigen Körper eines vor Kraft strotzenden Gewaltmenschen. Das das Ergebnis dieses Puzzlespiels letztendlich aussieht wie ein von Haarausfall geplagter Berggorilla, den man eine Mönchsfrisur und einen Lippenstift verpaßt hat scheint ihn nicht zustören.
Das Make up des "Höllenmonsters" ist sicherlich nach den viel zu übertriebenen Gewaltdarstellungen und schmackhaften Operationsszenen (Augen hängen aus den Kopf, gebrauchtes Hirn wird über den Boden gekickt) der größte Schwachpunkt des Films. Die Vermarktungsidee war nunmal, und die Geldgeber wollten es halt so, das ein großes, haariges Biest als Monster agiert und aus diesem Grund werden wir mit dem häßlichen Zottelurvieh, dieser Mischung aus Bigfoot und einer sowetischen Gewichtsheberin beglückt. Sicher haben alle die den Film gesehen haben den Schauspieler gleich erkannt der das Monster gibt. Ja genau !! Dieses Gesicht kennen wir; es ist David Prowse, der allseits beliebte Darth Vader! (wobei ich nicht weiß in welchen Kostüm der arme Kerl mehr geschwitzt hat. Wer mal Mr. Prowse ohne Maske oder Helm sehen möchte soll sich "Zirkus der Vampire" oder Stanley Kubricks "Clockwork Orange" ansehen.)
Es agieren auch sonst sehr gute und verdiente Schauspieler sogar in den kleinen Nebenrollen. Shane Briant als junger von Wissensgier getriebener Arzt ist eine Idealbesetzung. Und Peter Cushing... Tja was kann man über Peter Cushing sagen, über dieses Urgestein des modernen Horrorfilms. Er ist wieder einmal brilliant. Ein eleganter, klassischer Darsteller in einer Rolle, die er sich über die Jahre hinweg zu seiner eigenen gemacht hat. Jede Geste, jede Nuance, jeder Tonfall stimmt. Wenn Frankenstein, der sich auch als Schöpfer von Menschen sieht, über sein Werk beugt und sagt:" Wenn das jetzt endlich der Erfolg ist, dann ist kein Opfer umsonst gebracht worden..." ist es nicht nur die großartigste Szene des ganzen Films, es zeigt auch Frankensteins Charakter, als einen von Hybris getriebenen, rastlosen Menschen, den jedes Mittel recht ist sein Ziel zu erreichen und der letzendlich auch selbst absolut den Wahnsinn verfallen zu schein scheint.
Allein Cushings Darstellung berechtigt den Kauf dieser DVD, die wiederum (bravo ANOLIS entertainment!!) mit vielen Extras aufwartet. Nicht der Beste Film der Serie, aber trotz einiger Mängel für Peter Cushing Fans ein absolutes Muß und für alle anderen immer noch sehenswert.