Er hat nun wirklich auf keiner Oscar-Verleihung was verloren, und ist doch ein absoluter Leckerbissen! Ich hab ihn in den 70ern noch im Kino gesehen und irgendwie hat er mich damals bereits fasziniert. Diese Parodie ist in allen Belangen mit Liebe gearbeitet: Phantastische Ausstattung - die Bauten, das Labor, die Beleuchtung; die Musik von John Morris (mehrere Themen, die im Film unterschiedlich ausgesponnen und instrumentiert wiederkehren, fast so, wie Ennio Morricone es immer macht). Klasse Kameraführung. Ja, diese Liste könnte länger werden. Jedoch gehts hier auch und vor allem um die DVD und die sei hochgelobt!
Eine Fülle von schicken Extras gibts hier zu sehen, Trailer, nicht verwendete Szenen, schiefgegange Takes, in denen sich die Schauspieler teilweise über sich selbst amüsieren - es hat was! - allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung! Und was vor allem hervorgehoben werden muss: Wir sehen den Film endlich mal im Original! Das ist für keinen DVD-Fan was Neues, dient aber hier als Kaufargument. Hier kommt endlich mal diese humorige Feinsinnigkeit zum Tragen, die der Film besitzt. Gene Wilder schreit als Frankstein nicht blöde und aufgesetzt herum, wie es die deutsche Synchronstimme tut, sondern erzählt ruhig-gelassen die schlimmsten Sachen, was die Komik ungemein steigert. (Regalblockadeszene :-) ) Wer den Film gut kennt, wirds umso mehr geniessen. Marty Feldman grunzt, brummt und labert in der "Hirnbeschaffungsszene" nicht - er sagt gar nix - und erreicht allein mit Mimik und Gestik alles, was man braucht.
Was ebenfalls auffällt: Die Musik tritt in der Originalfassung wesentlich dezenter zutage und somit angenehmer. Auch auf die Gefahr der Wiederholung hin: Hier erreicht manches WENIGER viel MEHR.
Zweifelsohne ist dieser Film was für Fans. Mel Brooks hat hier was Feines geliefert, und was meiner Meinung nach den Erfolg ausmacht, bzw. ausgemacht hat, ist die Tatsache, daß er die Atmosphäre der "UR-Frankenstein"s aus den 30ern excellent in die 70er herübergerettet hat, ohne seinen eigenen Stil verleugnen zu müssen. Die untoppbare "Einsiedler-Szene" mit Gene Hackman gibt möglicherweise den klarsten Beleg hierfür. ;-)