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Nachdem Herbert von Karajan zwei Jahre lang das berühmte Orchestre de Paris mehr oder weniger nebenbei geleitet und man sich wieder von ihm getrennt hatte, suchte das Orchester das auf eine große symphonische Tradition zurückblickt einen neuen Chefdirigenten, der Karajan musikalisch ebenbürtig war, sich aber wirklich zu dem Orchester und der Stadt bekennen wollte. Diese Figur fand man in dem damals noch jungen Daniel Barenboim. Dieser hatte bereits viel Erfahrung sowohl im französischen Fach als auch mit Wagner, in dessen Tradition der belgische Komponist César Franck seine Musik gestaltete.
Wolken voller chromatischer Blitze und orchestraler Hagelschauer, die abwechseln mit strahlender Heiterkeit eines sonnenfinster-sinnlichen Expressionismus , der für Franck so typisch ist. Das dreisätzige Werk in d-Moll weiß Barenboim zu einer Symphonie zu bändigen, lässt weder sich noch sein Orchester hinreißen, das Stück wie reine Programm-Musik ins märchenhaft Poetische abdriften zu lassen. Er bleibt im symphonischen Duktus. Umso mehr Freiheiten gönnt er der Orchester-Dichtung Psyché , eine erotische Erzählung mit einem wunderbaren wortlosen Frauenchor, den man sich großartig als Filmmusik eines Frederico Fellini hätte vorstellen können. Ekstatische Musik mit fast surrealen Momenten, die der antik-orgiastischen Schilderung körperlicher Liebe und göttlichen Gefühlsausbrüchen mit symphonischen Mitteln gerecht wird.
Eine intensive Aufnahme, der wenig Vergleichbares gegenübersteht.
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