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Franck:String Quartet,Piano
 
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Franck:String Quartet,Piano

Muza Rubackyte , Muza Rubackyte , Cesar Franck , Franck Audio CD
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Produktinformation

  • Komponist: Cesar Franck, Franck
  • Audio CD (7. Mai 2008)
  • SPARS-Code: DDD
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Label: Brilliant Classics (Foreign Media Group Germany)
  • ASIN: B0017HFR4O
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 177.648 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Disk: 1
1. 1. Poco lento - Allegro
2. 2. Scherzo: vivace
3. 3. Larghetto
4. 4. Finale: Allegro molto - Larghetto
Disk: 2
1. 1. Molto moderato wuasi lento
2. 2. Lento con molto sentimento
3. 3. Allegro non troppo ma con fuoco

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Poly-Linearität 11. Juli 2010
Format:Audio CD
Diese Rezension vergleicht zwei Interpretationen des Streichquartetts von Cesar Franck(1822-1890). Es ist dies das letzte grössere Werke des Komponisten aber das erste, das auch von den Zuhörern gefeiert wurde. Mit Tränen in den Augen soll Cesar Franck nach der Erstaufführung im April 1890 zu seinem Schüler V. dÌndy gesagt haben: >Da sieht Du, dass zu guter Letzt das Publikum mich zu verstehen beginnt.<

Originalität des Streichquartetts
Was bedeutet es die Werke eines Künstlers zu verstehen, der sich darauf beschränkt hat, alle damals gängigen Musikgattungen durch Unikate zu bereichern, die wesentlich über das damals vorherrschende klassische Musikverständnis hinausführen, durch EINE Symphonie, EIN Klavierquintett, EINE Sonate für Violine und Klavier, ZWEI Opern und sogar nur EINIGE wenige Oratorien und Orgelwerke, obwohl Cesar Franck beruflich auch ein >Kirchenmusiker< war. Das EINE Streichquartett Cesar Francks soll hier in seiner Wirkung auf den Hörer betrachtet werden. Es wird von Experten als eine perfekte Weiterentwicklung der Intensionen Beethovens und Mendelsohn-Bartholdys, den Meistern des Mitempfindens, angesehen.

Struktur des Streichquartetts
Das Quartett hat folgende vom Komponisten vorgegebene und auch vom Hörer deutlich nachvollziehbare sequentielle Struktur: Das Werk beginnt mit einer Aneinanderreihung kontrastierender Stimmungen (Poco lento/ Allegro) wobei sich Hochs und Tiefs in einer Weise abwechseln, die an Beethovens Ausdruckswelt erinnern; und geht dann über in das - Expressivität und Introvertiertheit integrierende - dialogisch aufgebaute Scherzo (Vivace), das Erinnerungen an Mendelsohn-Bartholdy weckt. Darauf folgt die liedhafte, gefühlvoll-verfliessende Überleitung(Larghetto)in das Finale, welches - erneut deutlich an Beethoven anzuknüpfend - über eine kreative Rückbesinnung an die vorangegangene motivische Vielfalt in einem triumphalen Zustand dynamischer Einheit (Allegro molto) mündet.

Evolutionäre Eigendynamik
In Abhängigkeit von den ausführenden Musikern erlebt der Hörer mehr oder weniger deutlich die poly-lineare Darstellung eines vierstufigen Entwicklungsablaufs, der unmittelbar berührt, weil es um elementare Transformationen geht, die der Eigendynamik des Bewusstseins jedes Menschen nahe kommen. Was den Hörer von Anfang an in Bann zieht, sind die für Cesar Franck charakteristischen melodisch-einprägsamen einfachen Tonsequenzen(Episoden, Motive), die aber - und das ist ebenfalls typisch - keine im klassischen Sinne thematisierende Funktion haben, sondern einem ständigen Mischungsprozess unterworfen werden. Das Bemerkenswerte an den ständigen Überlagerungen des motivischen Materials ist ihre innere Einheit, die als Zustand dynamischer Stille charakterisiert werden kann. In welchem Masse das vom Hörer erlebt wird, hängt wesentlich von der Aufführung ab.

Interpretation durch das Bartholdy Quartett
Die Interpretation des Streichquartetts durch das 1968 gegründete Bartholdy Quartett wurde 1986 aufgenommen und 1993 digitalisiert(add). Das Bartholdy Quartett unterschreitet mit 14 : 5 : 9 : 13 Minuten für die vier Sätze des Werkes ganz wesentlich die Zeitvorgaben des Komponisten.
Das hat zur Folge, dass bestimmte kontrastierende Episoden noch deutlicher hervor treten, während die kontrastschwachen Übergänge und die feinen Nuancen des poly-linearen Zusammenspiels vom Hörer kaum registriert werden. Insgesamt entsteht so der Gesamteindruck von Unterkühltheit und Gehetztheit sowie einer Grau-in-Grau-Stimmung, weil dem Zuhörer wichtige Details entgehen.

Interpretation durch das Vilnius Quartett
Ganz anders ist der Hörerlebnis der Interpretation des Litauischen Vilnius Quartetts, das 1965 gegründet wurde. Die digitale Aufnahme (ddd) des Streichquartetts entstand im Jahre 2008 Das Vilnius Quartet hält sich eng an die Zeitvorgaben des Komponisten von 17 : 6 : 11 : 15 Minuten für die vier Sätze. Dies erlaubt dem Hörer mehr Details bewusst zu verfolgen, insbesondere die gleichwertig angelegten Einzelstimmen. Der Gestaltenreichtum und die Kombinationsvielfalt des >polyphonen Stimmungsgeflechts< verschwimmt in diesem Fall nicht ins Grau, sondern bleibt transparent. Weil dadurch die Aufmerksamkeit der Zuhörer keine Gelegenheit bekommt abzuschweifen, entsteht der Eindruck einer dynamischen Einheit, eines Bewusstseinskontiuums.

Bewertungs-Kriterium
Die klassisch schwer einzuordnende Kompositionsweise bzw. Wirkung Cesar Francks erfordert ein eigenes Beurteilungs-Kriterium. Dieses Kriterium kann am einfachsten aus einer Äusserung von Claude Debussy über das Wesen seines Lehrers Cesar Franck abgeleitet werden:
(1)>Franck komponierte mit vertrauender Arglosigkeit ... Naivität nämlich. Dieser Mann besass ein Kindergemüt ... weder widrige Umstände noch die Intrigen anderer konnten ihn verbittern.<
All das sind die Kennzeichen des einfachsten Zustandes des Bewusstseins, der als Zustand ruhevoller Wachheit alle Gegensätze integriert und deshalb unbegrenzt ist.
(2)>keine Macht der Welt konnte ihn dazu bewegen, eine musikalische Phrase abzubrechen, die er für richtig hält...(weil er sie) zuvor auf Ehrlichkeit hin geprüft hat (und weil für ihn) die Töne rein klanglich eine festumrissene Bedeutung haben.< Das weist auf die Existenz eines auf die Ton-Zwischenräume bezogenen, intervallischen Prinzips der Vereinheitlichung bei Cesar Franck hin.

Ruhe und Dynamik
Bei jedem Intervall, jeder Ton-Beziehung, ist der Bezugspunkt immer ein Ruhezustand, der im Bewusstseinskontinuum des wachen Zuhörers einem Moment ruhevoller Wachheit entspricht. Wenn diese Momente reinen Bewusstsein - wie bei Cesar Franck - sehr zahlreich auftreten, weil die Intervalle ein relativ dicht gewebtes Muster bilden, entsteht insgesamt ein übergeordnetes dynamisches Feld der Stille. Diese dynamische Überstruktur bildet sich um so leichter aus, wenn die vereinheitlichenden intervallischen Beziehungen zeitlich nicht zu hektisch präsentiert werden. Ruhe und Dynamik verschmelzen dann zu einer Einheit, ohne dass sie wahrnehmungsmässig ganz ihre Eigenständigkeit verlieren.

Bungerts intervallisches Prinzip
Es ist das Verdienst von Klauspeter Bungert, die ordnung-stiftende Bedeutung der Intervall-Dynamik in der Musik Cesar Francks erkannt zu haben. In seinem Buch >Cesar Franck-die Musik und das Denken<(1996) beschreibt er sehr detailliert das für diesen Komponisten typische intervallische Prinzip. Aus der Existenz einer für Cesar Franck typischen, klar definierbaren Intervall-Sprache leitet Bungert dann Regeln für eine adäquate, werkgetreue Franck-Interpretation ab bzw. Kriterien zur Beurteilung von Werk-Einspielungen.
Insbesondere beim Streichquartett ist Bungert noch einen Schritt weiter gegangen und hat, wie er in seinem Buch erläutert, >in vielen Versuchen am Klavier< eine Klavierversion des Quartett erarbeitet, die einerseits als musikpädagogisch-bedeutsame Illustration des für Cesar Franck charakteristischen intervallischen Prinzips anzusehen ist und anderseits eine exemplarische Anleitung zur interpretatorischen Umsetzung dieses Prinzips darstellt.

Bungerts Klavierversion des Quartetts
Die Bungertsche Klavierfassung des Quartetts steht seit 2010 Interessenten auf Anfrage zu Verfügung und zeigt den Interpreten unmittelbar-anschaulich wie der Ausgleich von Ruhe und Dynamik in der Musik Cesar Francks bei der Wiedergabe darzustellen ist. Für den Musikhörer werden durch Bungert`s Klavierversion des Quartetts die strukturellen Feinheiten des Werkes akustisch leichter nachvollziehbar. Der Kern der Musik Cesar Francks wird so dem Hörer auch ohne Kenntnis der Theorie erkennbar. Bungert erreicht das durch eine zeitlich >ausladende Interpretation< von 20 : 8 : 12 : 20 Minuten für die vier Sätze des Quartetts. Wegen der strukturellen Dichte des Werkes wirkt auch die Klavierfassung nie langweilig oder willkürlich-gestreckt, vielmehr vergeht die längere Gesamtspielzeit subjektiv schneller als bei den zeitlich komprimierteren Streicherversionen, die oft einen undurchschaubaren, dunklen Gesamteindruck hinterlassen. Im Vergleich zu den komprimierteren Streicherversionen wirkt die Klavierfassung des Quartetts transparent und hell

C. Francks Weiterentwicklung der Sonatenform
In einem Aufsatz über Cesar Francks Streichquartett (abgedruckt in Ordo et Mensura III herausgegeben von D. Ahrens und R.C.A Rottländer, 1995) begründet Bungert auf welche Weise in diesem Werk die Beethovensche Sonatenform weiterentwickelt wurde: Das horizontal-thematische Prinzip Beethovens wird von C. Franck durch das vertikal-intervallische Integrationsprinzip erweitert. Was diese Erweiterung für den Hörer bedeutet beschreibt Bungert in dem Aufsatz sehr anschaulich:
(a) alles >fügt sich zu einer Einheit von seltener Konzentration...man gewinnt den Eindruck, er verlasse den Bezug zu einem Zentrum auch nicht für einen Augenblick<,
(b)>viele in sich selbst-ruhende melodische Bildungen treffen zusammen, die durch Umbau und Austausch ständig neu gemischt werden was auf ein assoziativ gebundenes, mosaikhaftes Aneinander-reihen von Episoden hinausläuft. Lesen Sie weiter... ›
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