Über diese Bacon-Biographie bin ich eher zufällig gestolpert.
Da ich mich vorher nie besonders mit Bacon auseinandergesetzt habe, hätte ich sie wohl EIGENTLICH schnell wieder aus der Hand gelegt; zumal sie nur wenige Abbildungen enthält, die allesamt unbunt sind.
Stattdessen war aber nach den ersten gelesenen Zeilen klar, daß dieses Buch keineswegs in irgendeiner Ecke vor sich hin verrotten darf.
Denn man taucht unmittelbar in Bacons zum Teil sehr exzessives, scheinbar vollkommen zwangloses Leben ein, streift mit ihm durch London und Paris, sieht nur allzu deutlich sein chaotisches Atelier vor sich. Ganz nebenbei hat man irgendwann ein wenig das Gefühl, daß einem auch sein Werk viel näher und bekannter ist.
Eine derart lebendige Biographie konnte sicher allein deshalb entstehen, da der Autor über Jahrzehnte hinweg wieder und wieder Gespräche mit Bacon geführt hat und so einen äußerst differenzierten, vielseitigen Eindruck von diesem außergewöhnlichen Künstler vermitteln kann.