Favole 2. Befreie Mich“ ist das zweite Buch der Künstlerin Victoria Francés, in welchem sie die Geschichte ihrer Heldin Favole weitererzählt. Der eine oder andere dürfte ihre Bilder mittlerweile auch schon von den Titeln des „Schattenreich Pulp Magazines“ kennen, dessen Produktion ja leider in der Zwischenzeit eingestellt wurde.
Nach Einleitung und Vorwort schließen sich wieder drei Kapitel an: Die Venezianische Fee, Cauldron und Necross.
Die Reise Favoles auf der Suche nach ihrer verloren geglaubten Liebe Hesekiel beginnt im verwunschenen Venedig. Mit seinen prachtvollen Maskenbällen, geheimnisvollen Kanälen und märchenhaften Bauwerken ist diese Stadt wie geschaffen für die einzigartige Atmosphäre der Bilder von Victoria Francés. Bei Nacht folgt der Betrachter der schönen Favole auf ihrem Weg durch nebelverhangene, einsame Wasserstraßen und verwinkelte Schlösser, immer getrieben von unendlicher Traurigkeit, Melancholie und Verzweiflung.
Das zweite Kapitel versetzt den Leser in die dunkle Zeit der Hexenverfolgung und erzählt die Geschichte des Mädchens Ebony und ihrem Zusammentreffen mit Favole. Magie, alte Friedhöfe mit verwitterten Grabsteinen, die sich durch Efeuteppiche strecken, ein altes Schloss und natürlich die zwei betörenden Frauen stehen hier im Mittelpunkt der Bilder. Von dort führt der Weg Favoles weiter nach Rumänien. Auf dieses geheimnisvolle Land hatte Ebony sie in einer Vision verwiesen. Wird sie dort endlich am Ende ihrer Suche sein? Das dritte Kapitel Necross, steht vollends im Bann dieses mystischen Landes in dem schon Bram Stoker seinen „Dracula“ ansiedelte und welches auch schon der Fotograf Simon Marsden mit großer Begeisterung auf der Suche nach gespenstischen Motiven durchstreifte. In Rumänien trifft Favole auf den Vampir Abel, der ihr seine Lebensgeschichte erzählt und ihr ein Amulett, das Necross, gibt. Dieses soll ihr auf ihrer weiteren Suche den Weg weisen, liegt in diesem Schmuckstück doch eine uralte Macht verborgen. Und so durchstreift sie weiter die Nächte und ihre Spur verliert sich in einem dunklen Wald…
Fazit: Auch das zweite Werk von Victoria Francés, welche übrigens Luis Royo als ihr ganz großes Vorbild nennt, zieht den Leser wieder mit Bildern voll berauschender Leidenschaft, dunkler Ästhetik und magischer Schönheit in seinen Bann. Das besondere an ihren Bildbänden ist auch, dass man nicht nur fertige Bilder zu sehen bekommt, sondern auch verschiedene Skizzen die die Entstehung der Werke und ihren Detailreichtum nachzeichnen.
Der Kauf ist auch hier ein Muss.