Pressestimmen
Fraktur ziert Shirts, Szene-Flyer und nackte Haut. Und das, obwohl Generationen behaupten, sie nicht lesen zu können. Doch gebrochene Schriften haben endlich das Image der "Nazischrift" abgeschüttelt, das ihnen Jahrzehnte fälschlicherweise angedichtet wurde. Nachdem die Fraktur vor allem für eine Reihe von Subkulturen interessant war, gelangt sie nun in den Mainstream und paart sich mit der Neubewertung der heimatlichen Identität, mit der Künstler und Designer gegenwärtig liebäugeln. Zum powervollen Comeback fehlte der Fraktur bislang nur eine Sammlung der schönsten Klassiker und besten Neuschöpfungen. Hier ist sie: Fraktur Mon Amour. --
visual-x, Vol. 16 vom Februar 2007Die andere Schrift ...Oder: Eine Liebeserklärung an die gebrochenen Schriften. Wie eine Nachttisch-Bibel kommt dieses wunderschön gemachte Buch daher: in schwarzem Kunstleder mit pinkfarbenem Schnitt. Sein Inhalt: 300 Frakturen vom Klassiker bis zu aktuellen Neuschöpfungen , die zur Verwendung animieren. --
W & V, Nr. 13 vom 30. März 2006Fraktur ziert Shirts, Szene-Flyer und nackte Haut. Und das, obwohl Generationen behaupten, sie nicht lesen zu können. Doch gebrochene Schriften haben endlich das Image der "Nazischrift" abgeschüttelt, das ihnen Jahrzehnte fälschlicherweise angedichtet wurde. Nachdem die Fraktur vor allem für eine Reihe von Subkulturen interessant war, gelangt sie nun in den Mainstream und paart sich mit der Neubewertung der heimatlichen Identität, mit der Künstler und Designer gegenwärtig liebäugeln. Zum powervollen Comeback fehlte der Fraktur bislang nur eine Sammlung der schönsten Klassiker und besten Neuschöpfungen. Hier ist sie: Fraktur Mon Amour. --
visual-x, Vol. 16 vom Februar 2007 Jahrzehnte lang begegneten uns Frakturschriften am Rande des Vergessens allenfalls auf Wirtshausschildern, in Zeitungsköpfen oder alten Drucksachen. Heute indes feiern sie - Gott sei Dank, müsste man sagen - ein fröhlich-freches Comeback im Grafikdesign, in der Mode, in der Musik- und der Trendkommunikation sowie unzähligen weiteren Bereichen. Und das, obwohl ganze Generationen behaupten, sie könnten die "altdeutsche Schrift" nicht lesen und sich zu allem Überfluss und entgegen aller historischen Tatsachen das böse Gerücht von der "Nazischrift" hielt. Dabei waren es gerade die Nationalsozialisten, die die Jahrhunderte zuvor entstandene Frakturschrift 1941 verboten. Hitler selbst mochte die gotischen Lettern nicht, sie widersprachen seinem ästhetischen Ideal von monumentaler Identität, das er eher in den vom "bauhaus" inspirierten Schriften verwirklicht sah. Dies und vieles mehr erfährt man in Judith Schalanskys Buch "Fraktur mon Amour", das nebenbei allerlei Wissenswertem auch die Schönheit von über 300 gebrochenen Schriften - darunter die schönsten Klassiker sowie zahlreiche zeitgenössische Neuschöpfungen - näher bringt und das die Autorin nicht ohne Grund als "eine Liebeserklärung an die gebrochene Schriften" bezeichnet. So öffnet ihr Hand schmeichelndes Kunstlederbändchen nicht nur die Türen zu Jugendszenen und vergessenen Schätzen, sondern lädt entlang der wichtigsten Gestaltungsregeln und einer beiliegenden CD-ROM mit sage und schreibe 137 digitalen Schriftsätzen gleichzeitig jeden dazu ein, seine Liebe zur Fraktur selbst zu entdecken. --
Saarländisches Wochenblatt, Nov 2006Mit viel Liebe zum Detail hat die Autorin mehr als 300 verschiedene Frakturtypen ausgewählt und in diesem exzentrisch gestalteten Buch versammelt. Es zelebriert das Comeback der Fraktur, die lange Zeit durch negative Erinnerungen zum alten Eisen gehörte. Hier werden die wichtigsten traditionellen Frakturen ebenso wie Neuschöpfungen der gebrochenen Schnörkelschrift vorgestellt. Die unterschiedlichen Schriftgattungen werden in einer kurzen, informativen Einleitung erst auf ihre Merkmale hin beschrieben und dann sorgfältig in kompletten Schriftsätzen dargestellt. Auf der beiliegenden CD-ROM befinden sich 130 weitere frei verwendbare Frakturfonts, die man downloaden kann. Ein gelungenes Werk über eine zu Unrecht vergessene Schrift, die längst noch nicht ausgedient hat. --
Graphische Revue Österreich, 3/06Fraktur mon Amour" ist mehr als ein Buch, mehr als ein Katalog - es ist eine Liebeserklärung der besonderen Art über reichlich 600 Seiten hinweg. Das Buch führt in eine Schatzkammer voll auserlesener Originalschriften und neuer Gestaltungsformen innerhalb der Großfamilie der gebrochenen Schriften. Jedem wird zugleich deutlich, dass diese Schriften in keine deutschtümelnde Ecke" zu stellen sind, sondern daß sie ihre Vitalität in Neuschöpfungen beweisen, die ihre Ideologie-Sättigung vergessen machen und damit offen stehen für eine Anwendung, die Historisch-Fernes ebenso zu assoziieren weiß wie den globalen Lifestyle unserer Tage. (...) In Umfang und Farbgebung - Magenta und Schwarz - ist der Band einem größeren Gebetbuch nicht unähnlich - ein Vademecum für Schriftliebhaber. Das Eindrucksvolle der gestalterischen Grundidee dabei: Dem Figurensatz der jeweiligen Schrift auf der rechten Seite ist ein Buchstabenspiel in derselben Schrift gegenübergestellt, das ein eigenes bildnerisches Leben entfaltet. (...) In den neueren, zeitgenössischen Fraktur-Entwürfen kommt für Kenner der alten Schriftmusterbücher Hoch-Ungewöhnliches an Schriftformen daher, das wohl in irgendwelchen subkulturellen Zirkeln seine Berechtigung findet. Höchst marginal transportieren sie in abgefahrener Formensprache" Fraktur-Erinnerungen. Gerade diese sind es aber wohl, die der jüngeren Generation einen Zugang zum Alten" verschaffen könnten. Nicht Ablehnung sollte daher die Reaktion sein, sondern der Ruf nach mehr solchen Publikationen, die in neuerem Gewand - mit pfiffigen Layout - Schriftformen wach halten, die in ihrem besonderen Reichtum zum Traditionsschatz unserer Kulturgeschichte zählen. --
Mainz Heft, 3/06
Der Verlag über das Buch
DD: Fraktur & Co. begegnen uns auf Wirtshausschildern und Weinetiketten, aber ebenso in der Musikszene (Heavy Metal, HipHop, etc) und sogar in Werbekampagnen renommierter Bekleidungsfirmen wie etwa Reebok - wie passt das alles zusammen? Schalansky: Eigentlich gar nicht, das ist ja das Großartige. Mal soll sie Gemütlichkeit und Tradition, mal Unangepasstheit und Authentizität vermitteln. Erstaunlich ist jedoch, daß es funktioniert. All diese verschiedenen Anwendungen verbindet, dass der gebrochene Schriftzug "bekenntnishaft" wirkt, und da ist das "I am what I am" der Reebok-Werbung nicht weit vom Kneipensinnspruch entfernt. Die Fraktur eignet sich hervorragend, um etwas nachdrücklich, leidenschaftlich und irgendwie "für immer" zu sagen. Das liegt zum einen an ihrer formalen Differentiertheit und zum anderen daran, dass sie als Verkehrsschrift nicht mehr genutzt wird, als frei geworden ist für alle möglichen Szenen und Milieus, die sich damit abgrenzen wollen - das können konservative und ländliche Kreise, aber eben auch Jugendkulturen sein. DD: Auch die Neonazis benutzen gebrochene Schriften, weil sie meinen, das sei urdeutsch ... Schalansky: Ja, bemerkenswerterweise kleiden sie ihr Bekenntnis zu Deutschland oft sogar in Schriften englischer Herkunft, die Old English ist da sehr beliebt. Die Neonazi-Szene erliegt - wie auch viele andere - dem Irrtum, gebrochene Schriften seien der Inbegriff des Deutschen und spezieller noch der Nationalsozialisten. Dabei haben die Nazis die gebrochenen Schriften als sogenannte "Schwabacher Judenletter" im Bormann-Erlass vom 3. Januar 1941 verboten. Hitler selbst mochte die "gotischen" ohnehin nicht, wie widersprachen seinem ästhetischen Ideal von monumentaler Modernität, das er eher in Paul Renners Futura von 1928 verwirklicht sah. DD: Susanne Wehde, Albert Kapr und Hans-Peter Willberg haben sich wissenschaftliche mit den gebrochenen Schriften auseinandergesetzt. Ihr Ansatz ist anders. Schalansky: Ja, ich wollte diesem Erklären und Kontextualisieren eine eher sinnlich-pragmatische Annäherung gegenüberstellen, die die Anwendung in den Vordergrund stellt. Also nicht zum wiederholten Mal den alten Schriftenstreit oder die Nazigeschichte darstellen, sondern einfach zeigen, wie viele Schriften überhaupt digital vorliegen und wo man sie bekommen kann. Dass ich so viele fand, hat mich in meiner Herangehensweise nur bestärkt. Denn in dem Moment, in dem Schriften als Fonts zur Verfügung stehen, sind sie auf dem besten Weg, wieder verwendet zu werden. (...) Mir war es wichtig, viel zu zeigen, und zwar richtig viel, weil in unserem typografischen Bewusstsein nur eine Handvoll gebrochener Schriften verankert ist. Es musste "bombastisch maßlos" sein, um klar zu machen, dass wir dort einen riesigen Schriftenkosmos einfach verdrängt haben. Ich wollte nicht dieses "Feine, Ausgewählte, Exklusive", nicht das schmale Bändchen für den Kenner, sondern den dicken Wälzer für alle. Außerdem verstehe ich den Band auch als eine Art Bestandsaufnahme. (...)
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Ausgezeichnet mit dem Award for Typographic Excellence des Type Directors Club of New York 2007. Silbermedaille vom Art Directors Club on New York 2007. Auszeichnung in der Kategorie Verlagsmedien beim Designpreis Rheinland-Pfalz 2006.