Natürlich kann man "As I lay dying" vorwerfen, einfach alle Stilmittel und Stile, die sich seit geraumer Zeit wieder einer größeren Beliebtheit erfreuen zu verwursten, um Fans aus möglichst vielen Ecken zu gefallen. Wenn man das Ganze aber aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, kommt man zu dem Schluss, dass "Frail Words Collapse" eine sehr gelungene Metalcore Melange aus Metal, Newschool Gebolze und auch leichten Göteborg Death Einflüssen ist. Wobei besonders die abwchslungsreiche Gitarrenarbeit (mal melodisch, mal dissonant, mal moshend) und das Drumming die Songs zu tragen scheint.
Das Album geht von Anfang an nach vorne: Blastbeats, kehliges Shouting, melodisches Riffing, derbe Moshparts und hi-speed Double-Bass Breakdowns. Nach den ersten 2 Songs taucht dann in "Forever", einem der besten Songs auf dem Album, ein erster Hauch von auflockernder Melodie auf. Mit "Collision" folgt dann ein Metalstück das vom melodischen Riffing getragen wird. Gleich darauf geht es aber wieder in die vollen: "Distance is Darkness" ist einer der heftigsten und härtesten Songs auf dem Album: Ein Blastbeat Stakkato leitet den Song, um den Hörer dann mit dissonantem Riffing, kurzem Grunting und verzweifeltem Shouting zu bearbeiten und dann in einen ruhigeren Part überzuleiten.
Beim Hören von Track 6 "Behind me lies another fallen Soldier" geht dann zum ersten mal die Sonne auf: Ein ruhiger und melodischer Anfang leitet dann in ein midtempo Stück über.
Diese, recht ausgewogene Mischung durchzieht das ganze Album. Schade ist nur, dass Tim Lambesis (der wirklich ein kraftvolles Organ hat) in den ruhigen Parts nicht singt sondern eher einem Sprechgesang verfällt.
Lyrisch (Alle Texte im Booklet) bewegen sich "As I lay dying" auf ähnlichen Ebenen wie z.B. Shai Hulud oder Atreyu: Verzweifelt und emotional geht es um die Vergeblichkeit der Existenz, Verlust, Liebe und Schmerz. Dabei sind die Texte leicht christlich angehaucht und wirken dabei unvermeidlich etwas pathetisch.
Insgesamt ist "Frail Words Collapse" eine ordentliche Metalcore Scheibe, die nicht viel Neues bietet, aber dennoch von Afanng bis Ende fesseln kann. Und ich habe mich einfach unsterblich in den geilen Double-Bass verliebt, der rattert wie kein Zweiter. :D
Metalcore Freunden, denen auch mal etwas mehr Metal als Core zusagt, kann ich diese Platte wärmstens empfehlen.