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Fragmentierte Gewässer: Gedichte Gebundene Ausgabe – 6. Februar 2007


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (6. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827006953
  • ISBN-13: 978-3827006950
  • Größe und/oder Gewicht: 13,1 x 1,4 x 20,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.028.954 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Der Verlag über das Buch

Ron Winklers Lyrik ist, um es mit dem Titel eines seiner Gedichte zu sagen, ein "Leitfaden für Landschaftstouristen" - zu denen wir heute alle mehr oder weniger geworden sind, wenn wir vor die Berg-, See- und Waldbilder der Natur treten: "vor der Mattscheibe eines Sees/ existiert etwas. Es könnte wesentlich sein./ auf einer Oberfläche grasen Tiere./ vielleicht sind sie echt./ am Horizont versinkt etwas Altes."Die der Natur entlehnten, fast verblassten Metaphern, die sich seit der Romatik in unserem Sprachgebrauch tummeln und auf den sozialen Feldern wieder aufladen, nutzt Ron Winkler für eine neue Beschreibung der Natur. Deren sinnliche Erfahrung ist für ihn immer unterwandert von einer Mediengegenwärtigkeit, "Natur" wird zur Projektionsfläche für ein modernes Lebensgefühl.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Ron Winkler, geboren 1973, Studium der Germanistik und Geschichte in Jena, lebt in Berlin. Veröffentlichungen in zahlreichen Lyrikzeitschriften. 2004 erscheint sein erster Gedichtband vereinzelt Passanten bei kookbooks, 2005 erhält er den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt. 2006 Arbeitsstipendium des Landes Berlin.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von stundenhotel am 8. Oktober 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Ron Winkler schrieb mit "vereinzelt Passanten" ein Buch, das mich etwas aus der Bahn warf. Ich schlug es auf, es schlug zurück. Ein ganz eigener Stil war das, eine Behutsamkeit und eine Poesie lag darin, die immer wieder aufs Neue erstaunlich war. Winkler übersetzt die natürlichsten Dinge der Welt ins Sachliche. So würde ich das bezeichnen und mir fällt auch nach längerem Überlegen keine bessere Umschreibung ein, obwohl ich weiß, dass es nicht den Kern der Sache trifft. Denn da ist ja noch mehr. Denn diese auf den ersten Blick oft nüchterne Betrachtung der Umwelt hat Zimmertemperatur, hat Witz, hat Zärtlichkeit, hat mich. Gepackt.

Umso gespannter war ich auf das neue Buch. Nun also "'Fragmentierte Gewässer'". Keine Wiederholung des Alten, aber auch keine Abkehr, eine Weiterentwicklung, konsequent und gekonnt. Keiner sonst schreibt so. Diese Art der Beobachtung. '"die Landschaft gediegen, als hätten / hier ausgiebig flämische Maler gelebt"'. Ich bekam das Buch, es war kalt, ich stieg in den Bus, es wurde wärmer, ich stieg nicht aus, ich war gefangen. Es wurde dunkel, ich pfiff nicht. '"um Mitternacht die Regionalhymne / der Frösche am Teich'". Ich war auf dem Dorf, ich ging zu Fuß nach Hause, schnappte Luft. Ich staunte über Gedichte einer Kindheit, die niemand nachträglich angemalt hat, die einfach Alltage sind. "oder Sonntage in eiliger Nacktheit: / man badete festgesetzt und so / gründlich wie für den Export". Ich kam aus mir heraus, fiel auf die Knie vor einer Schaufensterpuppe, dem "'Atlas der Stiche"', auf dem über Jahre hinweg die erlittenen Mückenstiche markiert worden sind. Ich las Winklers Gedichte noch einmal und habe bisher nicht damit aufgehört. '"ich / war nie so zu zweit wie mit dir". Das Buch und ich.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Daniel Bergner am 19. September 2008
Format: Gebundene Ausgabe
Bei Ron Winkler sitzt einfach alles. Kaum ein Lyriker seiner Generation schafft es mit derlei spitzkantigen, geschliffenen Zeilen aus einer pointiert intellektuellen Haltung emotionale Gewässer zu schaffen, die mitreißen und einen kleinen Weltgesang anstimmen, dem man sich nur zu gerne überlassen würde. Allein einlullend ist das ganze nicht, man muss schon mitschwimmen, sonst verliert man den Gedanken auf seiner Reise zwischen Emotion, Intellektualität und purer Poesie:

Atlas der Stiche: über die Jahre hattest du deine Mückenstiche/ auf einer Schaufensterpuppe eingetragen.// denn nichts könne nur Zufall sein,/ alles habe System, oder nichtmechanistisch/ gesprochen: einen Gott im Gepäck.// und jenem System nach sein dein Atlas der Stiche/ längst eine nicht mehr zu leugnende Welt.

Und ebenso grandios: Ein Tag wie Dezember: dieser Tag hat glazialen Charakter/ wie könnte es anders sein: ihm liegt Winter zugrunde./ das Couvert der Wolken ist noch nicht geöffnet./ obwohl mich diese Sendung sehr angeht, par Avio./ der Himmel gehört einer Graubranche an./ es herrscht ein neuer Ton irgendwie: diätetisches Licht./ wenigstens wahrt die Sonne den Anschein. (...)
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Andreas Hutt am 20. März 2007
Format: Gebundene Ausgabe
Mit seinem neuen Gedichtband setzt Ron Winkler da an, wo er mit "Vereinzelt Passanten" aufgehört hat. Gewohnt wortgewaltig entwürft er sprachliche Miniaturen, die in ihrem ästhetischen Konzept eine Zuspitzung und Weiterentwicklung der Ansätze aus seinem Debüt darstellen. Waren es in "Vereinzelt Passanten" noch häufig Begriffe aus dem Reich der Sprachwissenschaft, die benutzt wurden, um neue, innovative Metaphern zu entwickeln, sind es in "Fragmentierte Gewässer" Wörter aus der Technik- und Wissenschaftssprache. In ihrer Qualität fallen diese Sprachbilder unterschiedlich aus. Viele sind gelungen ("die Katzen unverändert per Sie mit ihrer Umgebung"), andere wirken, als sei der Autor unbedingt auf der Suche nach Originalität ("die verschiedenen Editionen von Katze laufen schlechter. das ist hier auch kein Catwalk."). Im Ton sind die rund siebzig Texte zumeist relativ ähnlich. Hier hätte ich mir mehr Mut zur Variation gewünscht. Insgesamt fehlt diesem Band die Leichtigkeit, die "Vereinzelt Passanten" innehatte. Ging es dort vorwiegend um Sprachästhetik, steht bei "Fragmentierte Gewässer" zu häufig Manierismus im Vordergrund. Hoffen wir, dass Ron Winkler für seinen dritten Gedichtband experimenteller wird, denn der Ton aus seinen ersten beiden Bänden scheint ausgereizt.
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