So nennt Novalis das Vergehen einer neuen Zeit, die alles nur im Lichte sehen mag, den Schleier des noch Geheimen nimmt und nur noch soetwas wie den Fortschritt anbeten möchte.
In der echten katholischen Einstellung zum Leben, zur allumfassenden Annahme aller Möglichkeiten in diesem kurzen Leben, sieht der glaubende Autor, die Blüte der deutschen Ronatik, den Schlüssel unserer Zufriedenheit hier auf Erden.
Wir wissen ja, daß er sehr unter dem Tod seiner geliebten dreizehnjährigen Sophie von Kühn litt und der Nacht als Gegenspielerin des lichten Tages mindestens gleich viel beimaß an Wert, und so ist es auch nicht unverständlich, daß er in seinen Gedankengängen immer wieder soetwas wie ein späteres Wiedersehen, die Möglichkeit eines Fortbestehens nach dem Tode (gegen alle Ratio damals also) verfocht.
Insofern ist er uns heute vielleicht näher als seinen Zeitgenossen, wobei er dieses sein Fragment ja bewußt lange vermied zu veröffentlichen.
Samuel Huntington z.B. greift in unserer Zeit einige wichtige Gedanken aus diesem Fragment auf, indem er sagt, daß die Bruchlinien der westlichen Welt vielleicht doch dort zu suchen sind, wo das katholische Denken ins orthodoxe übergeht.
Aber das sind Gedanken, die noch lange nicht zuende gedacht wurden und der wahre Glaube ist eben allumfassend und nimmt orthodoxen Glauben genauso ernst und als menschliches Allgemeingut an, wie den eigenen.
"Wir träumen von Reisen durchs Weltall, ist denn das Weltall nicht in uns?" So fragt Novalis einmal und so fragen auch wir gewiß manchmal.