Welch ein grandioser Auftritt nach dem durchwachsenen "Skin Privilege"! In "Fractured" zeigt Karin Slaughter, was sie drauf hat, wenn sie wirklich will:
Ein junges Mädchen liegt ermordet in einer Villa - und die nach Hause kommende Soccer Mom trifft auf den vermeintlichen Mörder ihrer Tochter und erwürgt ihn mit bloßen Händen. GBI-Agent Will Trent wird zum Tatort gerufen, aber nichts scheint so zu sein, wie alle angenommen haben. So muss sich Will durch ein riesiges Puzzle an Beweisstücken und Verdächtigungen kämpfen und bekommt dazu noch eine neue Partnerin zugewiesen, mit der er von Anfang an im Clinch liegt...
Der Roman reißt von der ersten Seite an mit. Nichts ist so, wie es scheint, und jede Fassade wird klug zerlegt. Wie in einer griechischen Tragödie wird das Leid, aber auch die Tapferkeit der unterschiedlichen Opfer gezeigt. Die Täter werden von Slaughter erst mal klug versteckt, doch wenn sie sich als Böse outen, dann mit diabolischer Kraft. Die Krimihandlung wird klug gebrochen durch die Schwierigkeiten, die Will im Umgang mit anderen Menschen hat - ob dies seine exzentrische Liebe Angie ist oder seine neue Partnerin, Faith Mitchell. Besonders Faith ist ein großer Gewinn für den Roman und gibt ihm zusätzlich Tiefe. Auch die Zeichnungen der Randfiguren sind dreidimensional, z.B. Gabe, Petty, Abigail oder Paul.
Fazit: Ein großartiger Wurf! 5 Sterne.