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Frühstück bei Tiffany. [Gebundene Ausgabe]

Truman Capote
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 187 Seiten
  • Verlag: München, Berlin : Herbig, (1975)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3776607122
  • ISBN-13: 978-3776607123
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (37 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.221.951 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die blonde Audrey Hepburn 3. August 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin ein großer Fan des Filmes (Breakfast at Tiffanys mit Audrey Hepburn), der meiner Meinung nach in jeder Hinsicht gelungen ist. Umso mehr war ich natürlich gespannt, die traditionellerweise bessere Literaturversion zu lesen.
Das Buch, dass im Übrigen auch noch drei weitere Kurzgeschichten beinhaltet, die allesamt recht gelungen sind, einzig die Weihnachtsgeschichte reißt in positiver Hinsicht aus, beginnt mit einem Erzähler, ähnlich dem Film, der im Buch jedoch namen- und gesichtslos bleibt, der eine Episode aus seinem Leben nachzeichnet. Er erzählt von einem wunderlichen hübschen Mädchen, dass er in seinem Wohnhaus kennenlernte und das ihm in Bälde den Kopf verdrehen sollte, ihr Name: Holly Golightly, ein zartes blondes (!) 18-jähriges Mädchen, dass sich von gutbetuchten älteren Männern für das zur Toilette gehen bezahlen lässt. Sprich eigentlich nur dank ihrem Äußeren über die Runden kommt und somit auf der Suche nach einem reichen Erben ist, der sie vor dem "Grauen" bewahren soll vor dem sie vor langer Zeit geflohen ist.
Ihre Geschichte handelt von Freiheit und Angst vor dem sesshaft werden, selbst ihre Katze nennt sie nur Kater, da sie sich kein Recht zugesteht ihn an sich zu binden. Und so lebt sie nun in den Tag hinein.
Charmant und immer witzig, wird sie von unserem Erzähler geschildert und mit der Zeit formt sich nun auch wieder das Bild von Audrey Hepburn aus dem gleichnamigen Leinwandklassiker, nur eben in Blond (Capote hatte Marilyn Monroe als Besetzung im Sinn).
Und auch das Ende ist ein Anderes, manch einem wird das etwas Aufstoßen, denn es kostet das Buch viel an Süße, doch dafür entschädigt Capote einen mit einem traumhaften Stil und einer auch in dieser Form unvergesslichen Romanfigur.
Das vielleicht kürzeste Lesevergnügen des Jahrhunderts.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt kaum eine literarische Figur, deren Kontur derart stark durch ihre filmische Umsetzung fixiert wurde wie die Gestalt von Holy Golightly in der Darstellung der feenhaften Audrey Hepburn. Es gibt aber auch nur wenige Bücher, deren Tendenz und Stimmung durch ihre Verfilmung derart verfälscht wurden wie Truman Capotes Meisterwerk "Frühstück bei Tiffany". Nichts gegen den Film, der als ein etwas seichtes Märchen für Erwachsene mit Recht seinen weltweiten Erfolg einfuhr. Aber das Buch erzählt eben eine ganz andere Geschichte. Ist Holy Golightly im Film eine kapriziöse, vollkommen asexuelle und romantische Prinzessin, die sich am Ende zur Freude des Zuschauers in ihren Nachbarn, den jungen Schriftsteller, verliebt, so erscheint sie im Buch als eine kühl kalkulierende Lebedame, die sich von ihren Liebhabern aushalten und nichts anbrennen läßt - und die durchaus weiß, dass sie von Sally Tomato und seiner Drogenorganisation als eine Art Kurier benutzt wird. Der im Film von George Sheppard gespielte smarte Schriftsteller figuriert in dem Buch nur als ein Trabant am Rande des Golightlyschen Sonnensystems, aus dessen Perspektive der Leser die Geschichte erlebt. Der fette Dandy Rusty Trawler mit seinem "Babypopogesicht", der etwas feige brasilianische Diplomat Jose Ybarra-Jaegar, die giftige Mag Wildwood, der spitzohrigen und im Grunde warmherzige O.J., der der in Hollywood vagabundierenden Holy erst einmal Stil und Manieren beibrachte - sie und andere bilden das Personal einer brillant erzählten und nur vordergründig heiteren Geschichte, die ihren Tiefgang hinter Symbolen und Andeutungen verbirgt. Was mein Vorrezensent Thomas Reuter in seiner ganz ausgezeichneten Besprechung über Stil und Erzählhaltung des Buches berichtet, kann ich nur unterschreiben.
Wie aber muss man die Hauptfigur verstehen? Mein persönlicher Schlüssel zum Verständnis von Holy Golighly - das wird die Literaturkritik verblüffen - ist Holys rotgetigerter Kater. Nicht nur, dass er wie seine Herrin aus ungeklärten und katastrophalen Verhältnissen stammt, sondern so, wie er aussieht ("wie ein furchtloser und notfalls bedenkenloser Pirat"), ist er eine Verkörperung der Goightlyschen Charakterzüge Und als Holy den armen Kater am Ende des Buches aus dem Auto wirft, da geschieht ihm das gleiche, wie es ihr gerade mit ihrem schönen brasilianischen Galan widerfahren ist. Sogar ein verstecktes Happy-end kann man an der Figur des Katers identifizieren - denn so wie es der ausgesetzte Kater wider alle Wahrscheinlichkeit doch noch schafft, wieder in einem behaglichen Heim Fuß zu fassen, so könnte es doch auch Holy gelingen, irgendwo in der Welt zur Ruhe zu kommen - und sei es nur "in einer afrikanischen Hütte". (S. 108)
Das ist aber leider nur die eine, die freundliche Variante. Capotes Leben selbst hat die tragische Alternative verwirklicht. Denn vielleicht, so mutmaßte der gute O.J. über Holy und ihresgleichen, endet die zweifelhafte Heldin des Buches auch irgendwo als Selbstmörderin mit einer Überdosis Schlaftabletten (S. 32). Wie Truman Capote selbst, der am 25. August 1984 an einer Überdosis Tabletten verstarb, und der, wenn man es von heute aus betrachtet, seiner eigenen gefährdeten Persönlichkeit in Gestalt der Holy Golightly schon in jungen Jahren ein Denkmal setzte.
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Thomas Reuter TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Frühstück bei Tiffany", das ist doch der Film mit der jungen Audry Hepburn, in der sie ihre so großen Augen hinter der so großen Sonnenbrille versteckt? Man sieht förmlich die Hepburn vor den Schaufenstern des Juweliers Tiffany stehen.

Gut also, dass die Süddeutsche Zeitung den Roman von Truman Capote neu auflegt und somit wieder ins Bewusstsein ruft, dass es sich eigentlich um einen Roman handelt.

Es ist ein schmaler Roman von etwa hundert Seiten. Man liest ihn in einem Rutsch durch. Er handelt von der jungen und berückend schönen Holly Golightly - ein sprechender Name, der etwa soviel heißt wie "Holly Nimm's leicht" - und dem angehenden Schriftsteller, Nachbarn und Freund Paul Varjak. Varjak ist der Erzähler der Geschichte.

Er erzählt aus der Retrospektive, als Holly seit vielen Jahren bereits wieder aus seinem Leben verschwunden ist, in das sie wie ein Wirbelsturm fuhr und fort war sie. Im Grunde ist es eine traurige Geschichte, was die Verfilmung aus den frühen 60ern - eine Anbiederung an den populären und seichten Geschmack der Masse - leugnet. Denn Frühstück bei Tiffany erzählt wie so viele Romane aus dieser Zeit von einer ziellosen und desillusionierten Jugend - einer verlorenen Generation. Die Geschichte spielt in den 40er Jahren, als in Europa der 2. Weltkrieg tobt.

Paul lernt Holly als überdrehte Schnepfe, als Partygirl kennen und ist - wie alle Männer in ihrer Umgebung - fasziniert. Holly lebt ein so atemlos schnelles Leben, dass dem Erzähler nur allmählich bewusst wird, dass jenseits des Glamours auch dunkle Schattenseiten liegen. Immer wieder wird Holly vom roten Elend überfallen, Depressionen, die sie nur mit einem Blick auf die ewig blendenden Diamanten bei Tiffany bekämpfen kann. Dann taucht ihr verlassener Ehemann aus den Tiefen Amerikas auf, ein einfältiger Farmer, dem die junge Holly im Alter von 14 Jahren zugeflogen kam, und eröffnet einen Blick in die sozialen Hintergründe der Figur. Schließlich wird Holly in einen Rechtsskandal verwickelt, in dem ihr Kontakte zur Drogenmafia nachgesagt werden. Sie flieht zu einem reichen Mann nach Brasilien und verschwindet.

Faszinierend an dem Buch ist der Tonfall, der unverwechselbar nüchtern kristalline Stil der 50er Jahre. Es ist eine Sprache, die einen sofort an Autoren wie Hemingway, aber auch Autoren der Beatnik-Generation wie Jack Kerouack erinnern. Unbegreiflich sind daher einige Patzer, die sich die immerhin neue Übersetzung von Heidi Zerning leistet. Zuhauf findet man das im Deutschen vollkommen ungebräuchliche "Herzchen" als Kosename, wo im Englischen vermutlich das völlig gebräuchliche "Darling" oder "Sweatheart" steht. Auch andere Anreden wie "son" oder "father" lassen sich im Deutschen natürlich nicht mit "Sohn oder "kesser Vater" übersetzen, wenn es sich nicht wirklich um den Sohn oder den Vater handelt. Wie schlecht müssen erst die alten Übersetzungen gewesen sein, wenn sie zu einer solchen Neuübersetzung führten.

Hiervon einmal abgesehen handelt es sich um eine gute Tat der Süddeutschen Zeitung, den schmalen Band publikumswirksam neu zu platzieren.

Thomas Reuter
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Veröffentlicht am 11. September 2009 von Leseratte
Lästige Druckfehler in dieser Ausgabe
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