Der Film basiert auf dem Roman von Truman Capote, ist aber sehr viel leichtherziger als die Vorlage, was nicht zuletzt der exzellenten Regie von Blake Edwards und dem deutlich abgeschwächten Drehbcuh von George Axelrod zu verdanken ist. Beiden gelingt es, den Zuschauer um die Tatsache herumzumanöverieren, dass Holly Golightly im Grunde eine Prostituierte ist. Wo Capote expliziger in der Darstellung ist, setzt der Film auf seine romantische Geschichte und profitiert dabei von Audrey Hepburns wundervoller Darstellung, mit der sie auch heute, fast 50 Jahre später, den Zuschauer verzaubert. Kaum zu glauben, dass für diesen Part eigentlich Marilyn Monroe vorgesehen war. Doch ganz ohne Makel ist die romantische Komödie nicht, denn Mickey Rooneys Darstellung des japanischen Mr. Yunioshi war seinerzeit schon höchst rassistisch — und ist es heute umso mehr. "Frühstück bei Tiffany" ist ein ewiger Klassiker, der anders als viele romantische Komödien der 60er Jahre, seinen Zauber bewahrt hat. Fazit: Ein Klassiker zum Verlieben
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch auf hohem Niveau, besonders bei den Bildwerten, wünschte man sich, das Bonusmaterial wäre etwas ausführlicher ausgefallen.
Bild: Die Anniversary Edition von "Frühstück bei Tiffany" kann sich wahrlich sehen lassen. Der mittlerweile 45 Jahre alte Film wurde bestens aufpoliert. Rauschen ist nur in marginaler Form vorhanden. Die Farben sind brillant abgetastet, sehr lebensecht und von bestechender Strahlkraft. Die Schärfe ist auf gutem Niveau, nur hin und wieder gibt es leichte Ausreißer nach unten, doch diese Momente sind kurz und selten (01:25:21). Die Kanten sind zumeist wohl definiert, teilweise ist jedoch der Einsatz eines Schärfefilters in Form von sehr leichten Halos bemerkbar (01:02:26). Alles in allem sieht der Film so gut aus wie nie zuvor und vielleicht sogar besser als seinerzeit bei der Kinoauswertung.
Ton: Das englische Original wartet mit einem ansprechenden 5.1-Mix auf, der freilich nicht mit modernen Filmen mithalten kann. Der Dialog ist frontal zentriert, nur selten werden die seitlichen Lautsprecher eingesetzt. Die Surroundkanäle übertragen nur wenige Effekte und sind vor allem für Henry Mancinis mitreißende Musik reserviert. In der Form schafft es der Sound aber dennoch, den Zuschauer mitten ins Geschehen zu ziehen. Die deutsche Tonspur liegt nur in Mono vor und klingt dementsprechend deutlich schwächer. Die Dialoge sind jedoch gut zu verstehen und Störungen halten sich sehr in Grenzen.
Extras: Es ist schön, dass es nun Bonusmaterial zu diesem Film gibt, aber man hätte sich gleichzeitig mehr gewünscht, da abseits des Audiokommentars nur etwa 30 Minuten auf das Bonusmaterial entfallen. Es gibt ein Making Of, das mit 16 Minuten viel zu kurz ist und an dessen Ende man sich wünscht, es würde noch eine Weile weitergehen. Hier geht es vor allem um das Casting und die Produktion und es hätte noch einige Bereiche gegeben, die man in einer ausführlicheren Dokumentation hätte abhaken können. "Typisch Audrey" läuft nur knapp über acht Minuten und versucht, der einflußreichen und beliebten Schauspielerin gerecht zu werden. Doch auch hier gilt, das Gebotene ist viel zu kurz geraten. Die beiden anderen Featurettes sind noch kürzer und beschäftigen sich mit der Geschichte von Tiffany und dem Brief, den Hepburn zum Jubliäum des Ladens verfasste. Der Audiokommentar wird von Produzent Richard Shepherd gesprochen, der ein wenig das bietet, was man sich von einem extensiven Making Of wünschen würde. Allerdings verfällt Shepherd auch immer wieder ins Schweigen, so dass lange Strecken ohne Kommentar ablaufen. Es ist schön, ein paar Extras zu diesem Film zu haben, doch wünscht man sich automatisch mehr Material, das dem Film und seinem Status als Klassiker auch gerecht wird. --movieman.de