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Das macht so richtig Spaß, egal ob über- oder schwermütig. Schon der Ska-beeinflusste Auftakt mit "Vielleicht" und der Zeile "Ich habe die Taschen voller Liebeslieder, aber keinen, der sie hören will..." steht ganz oben auf der fröhlichen Gemütsskala. Das gilt auch für die Russendisko-Nummer samt Bläsern "Arsch aus Berlin", auch ein Liebeslied, sogar ein sehr schönes, wie auch der Popsong zur gestopften Trompete "Küss ich deinen Mund". Schwermütiger und verträumter hören sich "Nicht vorbei", "Weißt du noch" und der einzige englische Song "Sun Is On The Roof" an oder die Instrumentalstücke wie "Annes Song". Wer heftige Gitarren und experimentelle Schwere mag, ist mit "Suche nach dem Glück" gut bedient. Dann aber nach dem Frühstück.
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Optisch besticht die Scheibe dabei durchaus (nicht mit Jewel Case, sondern mit ausklappbarem Papp-Booklet): Ästhetisch ansprechende, leicht romantisch angehauchte Bilder in Grüntönen (wie auf dem Cover).
Jedoch kündigt der deutsche Titel schon an, was tatsächlich der Fall ist: Abgesehen von einem Lied sind alle Texte deutsch. Deutsch ist die Sprache der Philosophen, sagte einst Adorno - und nicht die der Pop-Sänger, möchte ich hinzufügen. Für hübsche Menschen, die in hübschen Liedchen wenig sagen möchten, hat sich die englische Sprache hervorragend bewährt; auf Deutsch wirkt, was ansonsten nur mittelmäßig gewesen wäre, schnell peinlich.
Eine Textprobe: "Ich hab geträumt/ Alles wär anders, als es vorher war./ Doch vielleicht ist einfach jemand abgefahren./ Vielleicht, vielleicht. [...] Es ist nicht vorbei/ nein, es ist vorbei./ Alles ändert sich/ ich weiß nur nicht, wohin./ Ein bisschen tut's noch/ ein bisschen tut's noch weh/ doch alles auf dem Weg."("Nicht vorbei")
Oder: "Das einzige, was mir geblieben ist/ Ist ein Gefühl von Sicherheit/ doch da draußen, immer wieder/ geht die Sonne auf/ schau, wie sie scheint." ("Vielleicht")
Oder: "Und dann küss ich deinen Mund/ Und du schaust mich an aus grauen Augen/ Und wir fühln uns so gesund./ Das ist doch wirklich kaum zu glauben." ("Küss ich deinen Mund")
Als ich die Scheibe zum ersten Mal hörte, stellte ich nach zwei, drei Minuten die Lautstärke runter; ich hatte die Befürchtung, meine Mitbewohner könnten denken, ich höre PUR.
Die Musik ist weit davon entfernt, die Sache rauszureißen. Sie plätschert eher so vor sich hin, nett und gefällig, ohne das alte , mitreißende Poems-Flair, ohne Ecken und Kanten, ohne irgendwie im Gedächtnis haften zu bleiben - weichgespült.
Positiv herausheben kann ich nur "Arsch aus Berlin" (das ist als einziges Stück ein bisschen fetzig, ein bisschen selbstironisch und macht Spaß); außerdem das Instrumentalstück "Anne's Song" von Violinistin und Sängerin Anne de Wolff, das klingt wenigstens schön und außerdem nervt da kein schlechter Text.
Insgesamt kann ich kaum glauben, dass es sich hier um die Band handelt, die durch mitreißende Lieder wie "Gypsy Beat", "In my Frame" und "Tina" begeisterte, die das deutsche Ohr mit osteuropäischen Klängen wie in "Rasga Me" und "Zigular" irritierte, die Ohrwürmer wie "Greatest Love of All" und "Something Went Wrong" fabrizierte und, wie in "Fool in the Rain", ab und an ein melancholisches Stück von zeitloser lyrischer Schönheit schuf.
Vielleicht ist mein Urteil hart. Für romantische Gemüter, die Musik vor allem als angenehme Hintergrundbemalung verstehen, mag "Frühstück in Budapest" ein akzeptabler Kauf sein.
All jenen, die die "Poems" vor allem auf Grund ihrer älteren Sachen schätzen und lieben, kann ich indes nur abraten. Hört lieber noch mal die alten Platten und hofft auf bessere Zeiten...
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