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Frühlings Erwachen: Eine Kindertragödie: Eine Kindertragödie. Zürich 1891
 
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Frühlings Erwachen: Eine Kindertragödie: Eine Kindertragödie. Zürich 1891 [Taschenbuch]

Frank Wedekind , Joseph Kiermeier-Debre
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 176 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. April 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342302609X
  • ISBN-13: 978-3423026093
  • Größe und/oder Gewicht: 17,2 x 11,6 x 1,5 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.883 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Frank Wedekind
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die erste so benannte ›Kindertragödie‹ in der Geschichte der deutschen Literatur erschien 1891 in Zürich. Die neunzehn szenischen Bilder des Stückes werden von einem Thema zusammengehalten: Sie kontrastieren die natürliche Sinnlichkeit und die daraus erwachsenden Bedürfnisse Jugendlicher mit den verklemmten und heuchlerischen Moralvorstellungen ihrer Erziehungsautoritäten. Aus dem Aufeinanderprallen dieser Welten entsteht der ebenso sensibel wie skurril gezeichnete tragische Verlauf der Szenen, dessen Opfer sie werden.

›Frühlings Erwachen‹ ist Wedekinds bekanntestes Stück, das mit seiner provokanten Themenwahl und dramaturgischen Vielschichtigkeit weit über das zeitgenössische naturalistische Drama in die avancierte Moderne hinausweist.

Über den Autor

Frank Wedekind wurde am 24. Juli 1864 in Hannover geboren. Nach seinem Umzug nach München wurde er 1896 Mitbegründer der Zeitschrift ›Simplicissimus‹. Wedekind, der stets gegen bürgerliche Scheinmoral zu Felde zog, schrieb1891 ›Frühlings Erwachen‹. Nachdem das Drama zunächst aufgrund seiner Freizügigkeit kritisiert wurde, zählt es heute zu den unangefochtenen Meisterwerken der deutschen Literatur. Am 9. März 1918 starb der Schriftsteller in München.


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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der junge Tod am Rande des Lebens., 3. Oktober 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Frühlings Erwachen: Eine Kindertragödie: Eine Kindertragödie. Zürich 1891 (Taschenbuch)
"Wunsch, Wille, Handlung: real oder in seiner Phantasie scheint unbegrenzt. Nur dort wo Wille ist, ist Urheberschaft, ist Ich. Da wo eigene Entscheidung ist, ist eigener Wille, wo Manipulation die Entscheidung scheinbar als eigene girlandet, wird man in der Nachträglichkeit des Überlegens zum "Lakai eines fremden Gedankens", wie Dostojewski es treffend formulierte. Und doch sind wir Menschen aus dem Kontext der Kernfamilie gebunden an Regeln und Vorstellungen, an Gedanken und moralischen Werten. Diese Familie ist wie eine "sanfte Sekte", deren Gedankengut wir in Übereinstimmung oder in kritischer Distanz überblicken und vielleicht in einigen Provinzen des Denkens zur Freiheit verhelfen". Dieses schrieb ich als Rezension zu Bieries "Das Handwerk der Freiheit".

Frank Wedekind (1864-1918) sieht Gesellschaft und Religion als Maßstab der Familientradition vorherrschend und damit die Familie, gezwungen in ein Korsett der Konventionen als seine familiäre Sekte, deren Voraussetzungen die pubertierenden Kinder Wendla Bergmann und die beiden Freunde Moritz Stiefel und Melchior Gabor. Diese drei stehen als Repräsentanten der Folgen einer moralischen Fehlentwicklung in Schule, Elternhaus und Gesellschaft als vorgestellte Richter.

Wendla wird von ihrer Mutter im falschen Scham zur kindlichen Unwissenheit in Sexualfragen verdammt, Moritz verzweifelt am Leben, quält sich durch Angst an allem und jenen, Pflichterfüllung in Schule und Elterhaus überfordern ihn, sein Ehrgeiz wird selbst zerstörerisch. Melchior erscheint fester in sich ruhend, ist aufgeklärt durch gewisse Lektüre, unproblematisch in Schule (nahezu bester) und Elternhaus, dank einer sehr vernünftigen, natürlichen und aufgeklärten Mutter. Melchior will seinem Freund über die Zeit der pubertierenden Selbstquälereien helfen und übergibt ihm sein selbsterstelltes Aufklärungsheft. Ansonsten lesen beide Faust, die Gretchenszene rückt ins Zentrum ihrer Betrachtung. Fausts Unrecht wird thematisiert, Unrecht erleiden für süßer gehalten, als Unrecht tun. (Eine beredte Formulierung des Sokrates aus Platons Georgias steht Pate.) Süßes Unrecht gar als Inbegriff der irdischen Seligkeit (2.1) für Moritz. Doch Melchior der Handelnde, will kein Almosen und wird wie bei Shakespeare über das zarte Nein ein warmes Ja interpretiert. Moritz gelingt es nicht aus dem Grübeln zu kommen, seine Schulleistungen liegen brach, er wird nicht promoviert (versetzt), denkt an Flucht nach Amerika, entscheidet sich für die Flucht aus dem Leben.

Melchior begegnet der unaufgeklärten Wendla, diese erregt ihn, in dem sie in bittet, sie zu schlagen, eine sadomasochistische Ausprägung bei Wedekind, und während eines Folgetreffens im Heu verführen die beiden sich. Melchior wurde nach dem Freitod Moritz von der Schule verwiesen, weil er als Auslöser der Verzweifelungstat angesehen wurde, allerdings als Mittel zum Zwecke der Reinhaltung der Schule wie der Lehrer. Seine Eltern zogen eine Besserungsanstalt in Erwägung, Melchior flieht, Wendla ist schwanger, eine von einer Nachbarin initiierte Abtreibung überlebt sie nicht.

Melchiors Flucht aus dem Besserungsheim zwingt zum Besuch des Friedhofs. Er fühlt sich schuldig am Tode Wendlas, er sucht ihr Grab und begegnet Moritz, er trägt seinen Kopf unter dem Arm. (heute noch ein Sprichwort) Die beiden Freunde sehen sich wieder, Moritz fühlt sich allein und preist den Tod, versucht Melchior zu bewegen, ihm die Hand zu geben, damit er folge. Doch Melchior weigert sich, glaubt den Worten nicht und unerwartet und zufällig erscheint ein vermummter Herr, offeriert mephistophelesk das Leben und trotz erstem Unglauben entscheidet sich Melchior für das Leben. Einzig er überlebt eine Kindertragödie, wie der Untertitel in Wedekinds bewegtem Drama ist.

Sein Werk wurde zensiert, erst 1912 wurde es aufgeführt, selbst da noch gemildert. Peter Zadeck brachte mit der Aufführung auf Bremens Bühne Wedekind erneut in den Blickpunkt und erkannte die Aktualität des Stücks.

Wedekind selbst wurde von Büchner inspiriert. Sein Bild von der Religiosität in der Gesellschaft und deren Umgang damit entstammt aus dieser Auseinandersetzung. Büchners Lenz fügte sich fromm zu lauter Frommen und ihm wurde einsam. Wedekinds Pubertierende suchten aus der Leere nach der Fülle des Lebens, lieber sich im Furchtbaren einrichten, als nichts zu ein. Wedekind beschreibt die Schule als grotesk, die Namen der Lehrer werden ins Lächerliche transferiert. Die Lehrer scheinen Bewahrer des Toten, der geregelten Gesellschaft, als Verhinderer eines Wandels. In der Familie (3.1) zeigt sich der Widerstreit zwischen Natur und Vernunft, zwischen Blut und öffentlicher Moral, zwischen Mutter und Vater. Wissen und Wollen als Basis eigener Verantwortlichkeit, entscheiden im Sinne von Prinzip gemäß toter Buchstaben im Gegensatz zur Liebe, Verständnis und Lebensbegleitung. Erst als das Vergehen der Vergewaltigung klar ist, gewinnt die Moral als überhöhte Instanz das Recht. Der vermummte Herr fasst es zusammen: Moral ist das Produkt der imaginären Größen aus Sollen und Wollen.

Moritz aus dem Grabe ist die Verkörperung des Todes am Modell Nietzsche. Man hat den Tod nahe genug, um sich nicht vor dem Leben fürchten zu müssen. So ist Moritz als Metapher für Melchior genau die Botschaft, dem vermummten Herrn zu folgen.

Wedekind hat sicher Musil zum Törleß und beide dann Robert Walser zu Jakob von Gunten inspiriert. Die Unendlichkeit im Denken und Sehen tritt sowohl bei Wedekind wie bei Musil auf, letztendlich finden wir sie in Nietzsches Morgenröthe: Unendlichkeit des Erkennens und damit im unendlichen Prozess der Selbsterkenntnis. Es gibt damit nur Annäherungen an sich selbst. Mit Nietzsche Philosophie im Kopf ist Wedekind Anstifter zu diesem Abenteuer des Frühlings Erwachen.
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13 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Interessant, 13. März 2002
Von Ein Kunde
Wir haben Frühlings Erwachen im Deutschunterricht gelesen, und im Vergleich zu anderen Schul-Lektüren ist Frühlings Erwachen sehr interessant und recht einfach zu lesen, trotz der ungewohnten, etwas altmodischen Sprache. Die Probleme und Sorgen der Schüler in dem Buch sind zum Teil noch verständlich, z.B. der schulische Leistungsdruck. Das Buch zeigt die Probleme der Gesellschaft um 1890 herum auf (z.B. die Prüderie) und macht deutlich, dass die damalige Gesellschaft nicht die beste war, um es vorsichtig auszudrücken. Der Schluss ist offen, es bleibt verborgen, was mit Melchior geschieht, nachdem er mit dem vermummten Herrn den Friedhof und seinen toten Freund Moritz, den Geist, verlassen hat.
Frühlings Erwachen zeigt auf, was passieren kann, wenn man nur nach der Ehre geht und für die Gefühle anderer verantwortlich zu sein versucht. Alles in allem ein gelungenes, interessantes Drama ("Kindertragödie"), das aber nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen soll.
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9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein echt tolles Buch, 27. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Frühlings Erwachen: Eine Kindertragödie: Eine Kindertragödie. Zürich 1891 (Taschenbuch)
Zuerst einmal ein ganz großes Lob an unsrer Deutschlehrerin, denn nur durch sie habe ich mir dieses Buch gekauft und es gelesen! Frühlings Erwachen ist einfach großartig! Es spiegelte perfekt, die Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern wieder. Auch die Ablehnung zum Thema Sex und die darausschließende Unwissenheit der Kinder wird großartig geschildert!! Ich würde das Buch wirklich jeden Empfehlen, ok manchmal schreibt Wedekind etwas ,, komisch ", aber man gewöhnt sich sehr schnell daran! Kauft euch dieses Buch ihr werdet es nicht bereuen!
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