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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Von 1890 - und noch immer aktuell!, 5. Februar 2005
Frank Wedekind schildert die Welt der Pubertät - vor 100 Jahren. Aber an der Aktualität mangelt es nicht. Es ist schon eine Zeit her, dass ich das Drama las, aber mir ist eine Szene besonders im Gedächtnis geblieben: (Wendla zu Melchior) "Melchior, meine Mama sagt, man wird nur schwanger, wenn man jemanden liebt - aber ich liebe dich ja nicht...", und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Die Probleme, die man als junger Mensch haben kann, sind aufgeführt: Leistungsdruck in der Schule, das andere Geschlecht, das Erwachsen werden, und und und. Um das Ende nicht zu verraten - es ist und bleibt ein Drama. Obwohl es ein von Schülern verhasstes gelbes Reclam-Heft ist, kann ich es nur empfehlen - den jungen Menschen, den älteren Menschen; jedem!
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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
noch immer aktuell und nicht nur zum Lesen für die Schule, 24. Juli 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Frühlings Erwachen (Taschenbuch)
Bei den Gymnasiasten Melchior und Moritz regen sich die ersten männlichen Gefühle. Aufgeklärt sind sie nicht, also versuchen sie sich selbst über das klar zu werden, was das ist, was sie verändert und gedanklich nicht mehr losläßt. Melchior verliebt sich in Wendla. Bei einer Begegnung im Wald bittet sie ihn sie zu schlagen, selbst nicht wissend, was dieser ihr unerklärliche Trieb bedeutet. Melchior tut es und flüchtet anschließend, erschrocken über seine Tat. Als Wendla's Schwester ein Kind bekommt, fragt Wendla ihre Mutter danach und bekommt das Märchen vom Klapperstorch erzählt. Als sie Melchior sie dann auf dem Heuboden verführt, ist sie vollends verwirrt. Parallel dazu werden Moritz verzweifelte Anstrengungen um eine Versetzung beschrieben. Als er erkennt, daß er es nicht schafft, erschießt er sich. Da man in Moritz Schulsachen Melchior's illustrierte Abhandlung zum Beischlaf findet, hält man dies für die Ursache des Selbstmordes. Melchior wird der Schule verwiesen und von den Eltern in eine Besserungsanstalt geschickt. Wendla ist schwanger. Sie stirbt beim Versuch der Abtreibung. Als Melchior bereit ist Freund und Freundin in den Tod zu folgen, erscheint ihm ein vermummter Herr und bittet Melchior sich ihm anzuvertrauen. Wedekind prangert in seiner Tragödie den konventionellen Moralbegriff seiner Zeit an, die Verleugnung eigener Gefühle und die Borniertheit von Sitte und Moral. Das Werk entstand 1891 und zeigt somit schon sehr früh die Veränderungswürdigkeit im Denken der Menschen. Das Stück ist leider noch heute sehr aktuell und daher gerade für Schulaufführungen sehr zu empfehlen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pubertät vor 100 Jahren-Sind Pickel die größten Probleme?, 7. Mai 2010
Ob die Jugendlichen im 19. Jh. ein einfacheres Leben hatten als die pubertierende Jugend von heute? Definitiv nicht. In Wedekinds "Frühlings Erwachen" erfahren wir, wie die 14-Jährige Wendla durch fehlende Aufklärung von dem gleichaltrigen Melchior ungewollt schwanger wird. Gleichzeitig verzweifelt Melchiors Freund Moritz bei den Bemühungen, den Ansprüchen der Schule gerecht zu werden. Dies klingt nach mittäglicher Talkshow Szenerie, jedoch finden beide Handlungen ein tragisches Ende. Durch die altertümliche Sprache ist es zu Beginn schwer, sich in die Geschichte hineinzufinden, was allerdings später nicht mehr zum Problem wird. Im Gegenteil: Die Sprache untermalt die Zeit und man bekommt bald das gewisse "Feeling" für das damalige Leben. Mir gefällt die Aktualität des Themas und "Frühlings Erwachen" zeigt, dass es auch in Schullektüren an Spannung und Überraschungen nicht mangelt. Wedekind gelingt es, die übertriebenen Tabus und die Verklemmtheit der Erwachsenen vor 100 Jahren mit einem ironischen Unterton zu kritisieren und ermöglicht der Jugend von heute, durch seine Hauptpersonen, der draufgängerischen Melchior, die naive Wendla und den hilfsbedürftigen Moritz, sich mit ihnen zu vergleichen und einen Einblick in die schwere Pubertät zu bekommen, die jene, jedoch in anderem Ausmaß, selbst nur zu gut kennen. Abschließend bin ich der Auffassung, dass das Buch für eine 9. Klasse perfekt geeignet ist, da es weder pornografisch, wie oft behauptet wird, noch langweilig, sondern interessant, spannend und einfach passend und aktuell für Leser in der Pubertät ist.
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