"Frühling auf Immenhof" stellt chronologisch den letzten der fünf Spielfilme rund um den Immenhof dar. Regie führte wieder Wolfgang Schleif, der schon den direkten Vorgänger "Die Zwillinge vom Immenhof" und den allerersten Teil dieser Reihe "Die Mädels vom Immenhof" inszenierte. Heidi Brühl schlüpfte zum letzten Mal in die Rolle der "Dalli", die sie in allen fünf Teilen verkörperte. Zusammen mit Horst Janson und den jugendlichen Zwillingen Birgit und Bettina Westhausen, die schon alle im vierten Teil mit die Hauptrollen besetzten, kehrten sämtliche Darsteller auf die Leinwand zurück, um als zukünftige Familie den Immenhof zu retten. "Frühling auf Immenhof" greift alles noch einmal auf, was in den Vorgängern bereits behandelt wurde. Der Immenhof steht schon wieder einmal vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und soll wie in "Ferien auf Immenhof" zu einem Pony-Hotel umfunktioniert werden, der heutige Tierarzt bemüht sich wie zuvor in den 50er Jahren um die Gunst der Oma, wie in "Die Mädels vom Immenhof" kommt aus der großen Stadt ein Junge zu Besuch und lernt das Landleben und Freundschaft kennen, eine junge hübsche Geschäftsfrau möchte - "Hochzeit auf Immenhof" läßt grüßen - den Mann für sich erobern, Dalli und Alexander streiten sich wie in "Die Zwillinge vom Immenhof", und schließlich bringen die Kinder - wie in allen Immenhof-Filmen - alles zurück in die gewünschte Ordnung. Diese thematischen Wiederholungen und Anspielungen an die Filme der 50er Jahre schaden jedoch in diesem Falle nicht, da die Inszenierung nun den Charme der 70er Jahre trägt und die neue Familienkonstellation alles mehr oder minder zum ersten Mal erlebt. Regisseur Wolfgang Schleif und seinem Team gelang es diesmal besser als in "Die Zwillinge vom Immenhof" an die Form der drei ersten Teile aus den 50er Jahren anzuschließen: Die Zwillinge spielen viel natürlicher ihre Rollen, die sich anbahnende kleine Liebesgeschichte zwischen Hasso, dem Jungen aus der Stadt, und Boggy, dem einen Zwillingsmädchen, läßt Erinnerungen an die gelungenen Szenen der alten Filme aufkommen und auch das im Titel versprochene Frühlingswetter mit blühenden Blumen und zwitschernden Vögeln gegenüber dem tristen Herbstwetter des vierten Teils macht Laune. Dennoch fehlt dem Film teilweise ein tieferer Blick der Beziehungen der einzelnen Personen zueinander, manches ist zu abgehackt in der Handlung und hätte besser ausgearbeitet sein müssen, wie etwa die Beziehung zwischen den Jugendlichen. Die Besetzung der Oma und des Tierarztes ist unglücklich, da beide in ihren Rollen steif wirken. Heidi Brühl und Horst Janson hätte etwas mehr Temperament in ihrer Darstellung der Zwistigkeit gut getan. Das altgewohnte Hauptgebäude mit seinem Treppenaufgang und den Säulen erscheint diesmal nicht im Bild. Alles in allem kann der Charme und die Natürlichkeit der ersten Trilogie nicht erreicht werden, doch "Frühling auf Immenhof" ist die beste der "neuzeitlichen" Verfilmungen, die auch weit über die Fernsehserie aus den 90er Jahren herausragt. Wer den Flair der 70er Jahre - von der Schlaghose bis zum T-Shirt der XX. Olympischen Spiele in München - kombiniert mit der verklärten Idylle des Lebens auf einem Gutshof verspüren möchte, wird bei "Frühling auf Immenhof" nett bedient.