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Frühjahrsflut
 
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Frühjahrsflut [Broschiert]

Rosemarie Sauer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 212 Seiten
  • Verlag: Utz (Juli 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3831611289
  • ISBN-13: 978-3831611287
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.344.516 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Krimi der besonderen Art, 14. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Frühjahrsflut (Broschiert)
Wer an diesen Roman mit der Erwartung herangeht, daß es hier vor allem um die spannende Aufklärung eines gewaltsamen Mordes geht, wird vielleicht ein wenig enttäuscht werden. Denn darum geht es nur mittelbar. Was nicht heißt, daß die Spannung zu kurz käme oder die Kriminalgeschichte nur ein Vehikel für anderes wäre. Sie ist nur von einer subtileren Art.
Der Roman, der 1999 spielt, ist angesiedelt im schulischen Milieu, das exemplarisch für das ganze Leben in der ehemaligen DDR bzw. in der Nachwendezeit steht. Der Tod eines Informatik-Dozenten an der TU Dresden, der vor der Wende Schulleiter einer EOS (Erweiterte Oberschule) war und kurz nach der Wende vom Kollegium seiner Schule kurzerhand abgesetzt wurde, ist der Auslöser für die Kriminalhandlung. Die anonyme Drohung, die man bei ihm zu Hause findet, ist symptomatisch für den gesamten Roman. Sie lautet: "Nichts ist vergessen. Sie kriegen, was Sie verdienen." Wieder einmal, so auch in diesem Roman, bewahrheitet sich der oft zitierte Ausspruch William Faulkners: "Das Vergangene ist nicht tot, es ist nicht einmal vergangen." Denn die Vergangenheit holt die Gegenwart ein, plötzlich und unvermutet, obwohl oder gerade weil die die Handlung auslösenden Ereignisse schon mehr als 13 Jahre zurückliegen.
Die Ermittlungen in diesem Kriminalfall führt ein Kommissar aus Würzburg, der aus persönlichen und beruflichen Gründen vor vier Jahren nach Dresden gekommen ist, um dort einen Neuanfang zu machen. Er beobachtet das Leben in Dresden mit dem neugierigen Blick des Zugereisten aus dem Westen, ohne Scheuklappen und Vorurteile, offen für alles Andersartige. Das differenzierte Bild, das er sich vom Leben und den Menschen in der ehemaligen DDR im Vergleich mit dem Westen zu machen versucht, ist kennzeichnend für den gesamten Roman. Das gilt insbesondere auch für die andere Hauptfigur des Romans, eine Lehrerin für Kunst und Deutsch, die an der Schule des Toten unterrichtet hat. Sie hat die Wende als "Befreiung" erlebt und die Veränderungen, die diese mit sich brachte, "genossen". Obwohl sie in der Vorwendezeit vielen beruflichen Repressalien und Anfeindungen ausgesetzt war, ist das Bild, das sie, durch den Kriminalfall zur Erinnerungsarbeit gezwungen, von der Vergangenheit, d.h. vom Schulalltag in der DDR zeichnet, wie das des Kommissars um Objektivität bemüht. Nirgends werden politische Karikaturen von Menschen gezeichnet oder billige Klischees von "roten Socken" oder Stasi-Informanten bedient. Insofern ist dieser Roman keine wie auch immer geartete Abrechnung mit der sozialistischen Vergangenheit, sondern eine detailreiche, anschauliche, erfahrungsgesättigte Schilderung vom Leben in der ehemaliegen DDR mit dem schlichten, aber schönen Ziel, einfach nur festzuhalten und aufzuschreiben, "wie es gewesen ist".
Ein nicht geringer Teil des Lesevergnügens an diesem Schulkrimi beruht auf einem reichen, farbigen Lokalkolorit. Aber dieses Kolorit ist nicht Selbstzweck oder Schmuck. Die Stadt ist nicht nur Schauplatz des Romans, sie spielt selbst mit, indem sie Zeugnis ablegt von der Gegenwart und der älteren und jüngeren Vergangenheit. Überall sind, ablesbar etwa an der Architektur der Stadt, 40 Jahre Sozialismus unübersehbar präsent, überall zeigen sich Veränderungen, die sich nach der Wende ergeben haben oder geschaffen wurden.
Dieser gut lesbare Kriminalroman ist für Liebhaber feiner spannender Geschichten, für Dresdenfreunde und für Interressierte an unserer gemeinsamen Vergangenheit ein schönes Muß. (D.Feldtmann)
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Schulkrimi verarbeitet DDR-Vergangenheit, 11. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Frühjahrsflut (Broschiert)
Zehn Jahre nach der "Wende" findet ein Klassentreffen ehemaliger Schüler einer Dresdner Erweiterten Oberschule statt. Der Ex-Direktor überlebt dieses Treffen nicht. Verdächtig sind viele Schüler und Kollegen von damals, die er als Direktor der EOS tyrannisiert hatte. Der ermittelnde "West"kommissar Kauzberg ist neu in der Elbestadt, trifft unter anderem auf "Ost"lehrerin Katja Sandig. Vor allem aus ihren Erinnerungen entsteht ein Bild der Oberschule der DDR, wie es nicht jeder kennt. Die Distanz Kauzbergs macht das Geschehen auch für nicht "Eingeweihte" nachvollziehbar.
Der Leser von Rosemarie Sauers Erstlingsroman begleitet Kauzberg und Frau Sandig durch das schöne Dresden. Wer die Stadt kennt, wird vertraute Orte darin wiederfinden. Die sachliche Sprache hilft dabei, dem Geschehen zu folgen und sich selbst ein Bild von den Vorgängen zu machen. Ein dunkles Kapitel der DDR-Vergangenheit wird in diesem Roman sehr interessant und spannend aufgerollt. Man merkt, wie die Autorin auch ein Stück ihrer eigenen Vergangenheit aufarbeitet.
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