brunner-traut führt uns zurück zu einer denkweise, die jedem vertraut ist, doch die wir uns (meist) entlernt haben. wenn ein kind einen teich malt, in dem fische sind, wird man die fische von der seite sehen, auch wenn man von oben in den teich schaut - sonst könnte man die fische schliesslich nicht erkennen. dieses prinzip beherrscht auch große teile der darstellenden kunst im alten ägypten, wie brunner-traut uns mit großer begeisterung für diese kultur im detail darstellt. meines erachtens ein sehr lesenswertes buch, das die kunst der letzten jahrhunderte (seit der erfindung der perspektivischen darstellung) als eine spezielle periode menschlicher kunst zeigt, indem es über alternativen spricht. die daraus gezogenen folgerungen über denkstrukturen sind durchaus gewagt, aber brunner-traut weiss, worauf sie sich einlässt. sie argumentiert sorgfältig und vorsichtig, so dass das buch auch als sehr eigenständiger beitrag zur cognitionspsychologie zu lesen ist.