Die beiden Autorinnen sind Historikerinnen,das hebt ihr Buch schon wesentlich ab, von Büchern einiger Boulvardjournalisten. Frau Mag. Unterreiner war immerhin wissenschaftliche Leiterin der Kaiserappartements der Wiener Hofburg und Kuratorin des Sisi Museums.
Dementsprechend sind alle Mitteilungen durch dokumentarische Quellen belegt und es fehlt wohltuend eine romantische Betrachtung, ja sogar wird auch mit Sozialkritik nicht gespart. Das lockere Leben der Habsburger Erzherzöge, materiall über die Maßen ausgestatten, keinerlei sinnvollen Beschäftigungen nachgehend, steht eine Elend von Dienstmädchen und anderer lediger Mütter gegenüber. Das Schicksal der so geborenen - oft früh verstorbenen Kinder - war elend. Immerhin sorgten doch manche hochadelige Herrschaften sich um ihre Kinder und Geliebten. Eine Minderheit schied aus dem Kaiserhaus aus und lebte "bürgerlich" - allerdings mit für heutige Verhältnisse doch sehr hohen Abfertigungen. Neu für mich war, dass auch Kaiser Franz Josef in jüngeren Jahren ein Geliebte eher nur für sexuelle Bedürfnisse hatte und nicht nur seine bekannte Freundin des Alters, die Burgschauspielerin Katharina Schratt.
Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind, auch dass wir nun eine Republik sind.