In einem Dorf namens Taizé in Burgund gründete Frère Roger eine außergewöhnliche Gemeinschaft. Kathryn Spink nähert sich dem Geheimnis ihrer Entstehungsgeschichte. Sie führt zu den Quellen eines Pilgerweges des Vertrauens.
Die Ursprünge seiner Berufung verbindet Frère Roger mit Kindheitserlebnissen. Seine Großmutter stammte aus einer alten evangelischen Familie. Nach den Wirren des ersten Weltkrieges näherte sie sich mit großer Demut dem katholischen Glauben. Sie verband diesen mit den eigenen Wurzeln, was sich in den Folgegenerationen fortsetzte.
Während des Studiums der Theologie in Straßburg und Lausanne reifte in Frère Roger der Wunsch nach einer Gemeinschaft, die sich durch zweierlei auszeichnet:
- leidgeprüfte Menschen aufnehmen und
- zu einer Versöhnung der Glaubensströmungen im eigenen Inneren gelangen
Auf der Suche nach einem Ort für seine Gemeinschaft fiel nach einer Reihe von Fügungen die Wahl auf Taizé. Ursprünglich sollte dort nur eine Gemeinschaft von Brüdern leben, doch es wurde zu einem Anziehungspunkt Jugendlicher aller christlichen Glaubensgemeinschaften, der einen einzigartigen „Frühling des Glaubens" auslöste.
Schilderungen über Frère Rogers Begegnungen mit den führenden Vertretern aller Konfessionen sowie charismatischen Persönlichkeiten wie Mutter Teresa vermitteln Einblicke in sein geistliches Wirken. Er schenkte den Menschen Vertrauen, wurde mit der Gastfreundschaft seiner Gemeinschaft zum Vorbild für die Treffen Jugendlicher an den verschiedensten Orten der Welt.
Mit Liebe zum Detail beschreibt Kathryn Spink das Netzwerk von Beziehungen, welches Frère Roger knüpfte. Sie bindet einzelne Themenbereiche in ihren jeweiligen geschichtlichen Zusammenhang ein, wobei es ihr einfühlsam gelingt, zu den Kernpunkten hinzuführen. Ihre Biographie offenbart auf bewegende Weise die geistlichen Wurzeln einer Gemeinschaft zur Versöhnung.