Frère Roger Schutz (1915-2005), der weltbekannte Gründer der Gemeinschaft von Taizé, die alljährlich zehntausende von Jugendlichen zu Gebet und christlichem Engagement in großen Städten versammelt, hat längst eine ausführliche Biografie verdient, die nun als Übertragung aus dem Französischen vorliegt. Der Vorkämpfer der Ökumene, stiller Begleiter mehrerer Päpste, ist vor allem als geistlicher Freund der Jugend hervorgetreten. Das Buch zeichnet den einzigartigen Werdegang eines Menschen, der sich - wie viele - zunächst mit seiner Herkunft und Familiengeschichte auseinandersetzen musste, um seinen eigenen Weg zu finden und sein vom Geist Gottes gewolltes Werk der Versöhnung aufzubauen. Seit der Gründung der Brüdergemeinschaft hält in Taizé dieser kleine "Frühling der Kirche" (Johannes XXIII.) als Charisma an, auch nach dem tragisch-gewaltsamen Tod Frère Rogers kurz vor dem Kölner Weltjugendtag 2005. Das "Vorwort" der deutschsprachigen Ausgabe bilden eine Predigt von Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der EKD, im Berliner Dom zur "Nacht der Lichter" 2006 und ein Interview mit Kardinal Walter Kasper, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen.