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Fräulein Schröder: Roman
 
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Fräulein Schröder: Roman [Broschiert]

Susanne Fengler
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 380 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 2., Aufl. (August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746622182
  • ISBN-13: 978-3746622187
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 676.586 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Susanne Fengler
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Haarsträubend - Susanne Fenglers Wahlkampfsatire Angenommen, man lässt bei den nächsten deutschen Bundestagswahlen das Volk durch Lachen abstimmen: Susanne Fenglers Roman «Fräulein Schröder» bietet dafür die ideale Gebrauchsanleitung. Mit der grimmigen Lust einer Entomologin beobachtet ihr Alter Ego, die Altertumswissenschafterin Miriam Schröder, hinter den gläsernen Schreibtischen der Wahlkampfstrategen traurige Satrapen in gelben Sakkos mit Entenkrawatten, Kreaturen wie in Schillers «Kabale und Liebe», die aufgerieben zwischen Reformstau, Konjunkturmotor und Parteikarriere «als Wegelagerer an den Windungen des Dienstweges (gediehen), so wie Bakterien sich in den Ausbuchtungen des Darms an vorüberziehenden Stoffen labten». Dass die geschichtsverliebte Verfasserin, die bisher historische Romane schrieb, auf zwei skurrile Professoren der Archäologie, die sich nebenher einen erbitterten Streit um systemtheoretische oder individualgeschichtliche Geschichtshermeneutik liefern, nicht verzichten zu können meinte und zudem noch seitenweise den kyrenischen Hofdichter Kallimachos in fingierten Nachdichtungen zu Wort kommen lässt, ist ein bisschen schade. Denn so erlahmt der Ulk immer wieder in diskurstheoretischen Pikanterien für Postdoktoranden. Von IHR, der Grossen Vorsitzenden, die im Wettstreit um die Kanzlerkandidatur unsichtbar alle Fäden zieht, sieht Fräulein Miriam Schröder allerdings nichts. Ausser einem Haar, das sich in ihre Personalakte verirrt hat: diskretes Zeichen einer Macht, deren Stern zu sinken scheint – nur eine Haarlänge vom Kanzleramt entfernt. Als sie vor den Kameras der Pressekonferenz erscheint, die Grosse Vorsitzende, leuchtet ihr Haar golden und gut geschnitten im herbstlichen Abendlicht. Sie, von deren Haar das ganze Land seit Jahren spricht, das alle parteiinternen Krisen um Aktenkoffer und Kandidatenrochaden im Bundeswahlkampf authentisch ostdeutsch überlebte, bis ein Berliner Starfriseur es getönt, geföhnt und wahltaktisch zurechtgetrimmt hat. Opferte doch auch jene kyrenische Prinzessin Berenike ihr Haar auf dem Altar der Aphrodite, damit ihr Gatte Ptolemäus den Krieg der Ägypter gegen den Syrer Antiochos gewinnen sollte. Kallimachos hat Berenikes Geschichte zur Mythe stilisiert. Durch Catull geriet sie in die römische Spätklassik. Dass die historischen Allegorien etwas flach geraten sind, schadet dem Lesevergnügen (und der Aktualität) nicht wirklich. «Fräulein Schröder» wirft einen amüsanten Blick hinter die gläsernen Kulissen der derzeitigen deutschen Oppositionspartei. Ohne hochliterarischen Ehrgeiz, aber mit leichter Hand hat die dreiunddreissigjährige Kommunikationswissenschafterin und -beraterin Susanne Fengler auf Berenike, die zur ägyptischen Herrscherin beförderte griechische Einwanderin, eine haarsträubende Kolportage aufgesattelt, und das ergibt auch politisch Sinn. Wo sind denn die Schriftsteller, die wie einst Wolfgang Koeppen die Eitelkeiten, Machträusche und Einsamkeiten im Treibhaus der Politik in Erzählung verwandeln? Es gibt sie nicht mehr, und niemand wird das verwunderlich finden. Eine politische Kultur, die sich durch zirzensische Medieneffekte über die schwindende öffentliche Transparenz ihrer Entscheidungsstrukturen hinwegsetzt, verdient eben keinen Koeppen oder Kallimachos; von ihren Taten schweigen die Götter. Beatrix Langner -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 3. Oktober 2004

"Die Autorin verfügt über Witz und Charme. Sie verwebt in ihrem wunderbar glaubhaften Roman die Stoiber-Kampagne 2002 mit einer Wissenschaftsintrige und einer Erzählung über das Schicksal der Ptolemäer-Königin Berenike II."

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Das Buch verbindet kritisch analytische Schärfe mit Witz und vermittelt auf charmante Weise einen Einblick in die politische Szene der Gegenwart.
Als intensiver Beobachter der politischen Szene "mit Innensicht" habe ich dieses Buch verschlungen! Wer wissen will, wie Politik in der „Berliner Republik" gemacht wird, sollte „Fräulein Schröder" lesen: Smarte Spin Doctors, eitle Parteichefs und sensationshungrige Journalisten geben sich hier ein Stelldichein. Genial: Die „Gelben Sakkos", die politische Szene bevölkern. Die Hauptfigur des Buches, Miriam Schröder, entwickelt sich von der liebenswert verschrobenen Wissenschaftlerin „aus dem Elfenbeinturm" zu einer souveränen und machtbewussten (im guten Sinne) jungen Frau, die weiß, wann sie welche Hebel ziehen muss, um ihre Ziele zu erreichen. „Fräulein Schröder" ist außerdem eine Uni-Geschichte, die von den Machtspielen an der Universität erzählt (lesenwert: die skurrilen „Kallimachos-Papyri", nach denen Miriam jagt!). Was mir auch besonders gefallen hat: Die sehr eigentümliche Liebesgeschichte zwischen Miriam und Thomas Knauer, dem Büroleiter der Parteivorsitzenden in „Fräulein Schröder": Eine Affäre der besonderen Art zwischen Reichstag und Regierungsviertel.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von H. P. Roentgen TOP 500 REZENSENT
Format:Broschiert
Miriam interessiert Politik eigentlich nur, wenn sie mindestens zweitausend Jahre alt ist. Unter der Dusche rezitiert sie altgriechische Verse. Beim Friseur trifft sie einen Mann, der sie fragt, was sie von IHM halte. Mit IHM ist der Kandidat aus dem Süden gemeint, der 2002 IHR die Kandidatur streitig macht. Kein Zweifel wer gemeint ist: Stoiber und Merkel. Zu beiden hat Miriam keine Meinung. Wohl aber zuKalimachos. Der war der Hofpoet einer ptolomäischen Königin. Heute würde man sagen: Er war ihr PR Manager. Und über ihn hat Miriam Schröder ihre Dokterarbeit geschrieben. Leider wurde diese abgelehnt, weil einer der Gutachter ihrem Doktorvater nicht grün war.

Miriam hat keine Ahnung, was sie von diesem Kampf um die Kanzlerkandidatur halten soll, also antwortet sie mit Kalimachos: "Er ist ein Intrigant." Kalimachos bezog das zwar auf Sosibios, den Konkurrenten der Königin Berenike, aber es trifft auch die aktuelle Lage am Hofe der Angela Merkel.

Bald findet sich Miriam in der Parteizentrale wieder. Denn ihre treffenden Kommentare zu dem aktuellen Geschehen, ihre prägnanten Artikel wecken Begeisterung. Dass diese von einem altgriechischen Dichter stammen, weiß keiner. Passen tun sie dennoch - oder grade deswegen.

So entwickelt die Autorin uns das Hofleben in Berlin, wie die Kontrahenten ihre Spielchen treiben und die eigenen Ambitionen mit Deutschland verwechseln.

Ein amüsantes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Ein Insiderbuch, kein Zweifel, dass Fengler weiß, wovon sie spricht. Aber niemand soll erwarten, hier Verschwörungen und Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Denn wir sehen nur Menschen, die sind wie wir selber, die Intrigen könnten in jedem Großbüro spielen.

(C) Hans Peter Roentgen

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch ist keine leichte Bettlektüre - ganz im Gegenteil. Es ist absolut packend und interessant geschrieben, so dass ich es nicht mehr weglegen konnte bis ich es morgens um drei dann endlich ausgelesen hatte. Das ist mir schon länger nicht mehr passiert.
Den altgriechischen Erzählstrang habe ich nur teilweise gelesen, weil ich müde wurde und unbedingt fertig werden wollte. Den habe ich mir für das nächste Mal aufgehoben.
Über die Uni-Geschichte mit den eitlen Professoren, die arbeiten lassen, musste ich lachen.
Absolut packend war aber die reale Demokratie in Berlin. Dieser Teil vermittelte den Eindruck, dass die Autorin sehr genau weiss worüber sie schreibt und nahe bei der "Wahrheit" liegt. Doch auch dieser Teil ist amüsant geschrieben und mit Anekdoten durchsetzt - z.B. wie sie nach der grossen Flut in Ostdeutschland die Werbekampagne "Wir legen uns gemeinsam in die Riemen" verhindern müssen.
Ich weiss nicht ob es stimmt, aber der Eindruck, den ich beim Lesen bekam, erinnert mich unangenehm an ameikanisches Polittheater. Bisher lebte ich mit der Illusion, das es bei uns sachlicher zugeht.
Die Liebesgeschichte ist völlig unverständlich und überflüssig, vermutlich nur der besseren Verkäuflichkeit wegen in das Buch eingestrickt. Die Hauptperson blieb mir während der Lektüre seltsam fremd und durch ihre ewige Lügerei auch ziemlich unsymphatisch. Der zugehörige Lover ist ebenso farblos und unklar. Weil er Ärger hat mit "IHR" (der Vorsitzenden) ist er für seine Freundin nicht mehr zu sprechen??? Über seine Beweggründe wird nicht viel geschrieben, ausführlich jedoch seine von einem guten Einkommen zeugende Wohnung beschrieben.
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