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Fräulein Else: Novelle
 
 
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Fräulein Else: Novelle [Taschenbuch]

Arthur Schnitzler , Johannes Pankau
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Audiobook-Rezensionen

Wort und Stimme pur, kein Schnickschnack, keine Spezialeffekte – Senta Bergers Lesung ihrer Lieblingsnovelle von Schnitzler ist ein Meisterstück an Interpretation: ein unwiderstehliches Erleben der bewegten Stunden des Fräulein Else; voller Intensität und Empathie, ganze 85 Minuten!

„Fräulein Else“ erschien 1924 und kann neben „Lieutenant Gustl“ als wegweisend für die Erzähltechnik des Inneren Monologs bezeichnet werden. Alles, was passiert, wird konsequent in der Innensicht einer Person dargestellt. In der Novelle „Fräulein Else“ steigert der Autor Schritt für Schritt Elses inneren Kampf, der zwischen Scham und Aufopferungsbereitschaft schwankt. Der Inhalt in Kürze: Die 19-jährige Else erhält in den Ferien in einem italienischen Kurort einen Brief von ihrer Mutter, der alles ändert. Else soll den Kunsthändler Dorsday, einen Freund der Familie, um Hilfe bitten. Anfangs handelt es sich um 30.000 Gulden, die Elses Vater veruntreut hat. Nur Else kann die Familie vor dem finanziellen und gesellschaftlichen Ruin retten. Dorsday ist einverstanden, unter der Bedingung, sie eine Viertelstunde nackt anschauen zu dürfen. Das Psychodrama nimmt seinen tödlichen Lauf.

„Fräulein Else“ ist ein exemplarisches Werk Arthur Schnitzlers. Der Arzt hat sich früh mit den Schriften Sigmund Freuds auseinander gesetzt und das Unterbewusste (z.B. auch in der „Traumnovelle) dargestellt. Gesellschaftskritisch hat er die Zwänge der bürgerlichen Gesellschaft, vor allem die allgemeine Verunsicherung nach dem Untergang der k. u. k.- Monarchie und dem Ende des 1. Weltkriegs beschrieben.

Wenn Arthur Schnitzler „Fräulein Else“ eindeutig vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs der k. u. k.- Gesellschaft positioniert hat, dann beweist Senta Berger, die gebürtige Wienerin, die uneingeschränkte Zeitlosigkeit der Novelle. Verlogene Doppelmoral gibt es heute wie damals, Stimmungsschwankungen zwischen abgehobenen Träumen und Verzweiflung an der Realität, Hin- und Hergerissensein zwischen Aufbegehren und pflichterfüllter Aufopferung sind beileibe nicht an die 20er Jahre des vergangen Jahrhunderts gebunden. Für die Verzweiflung, in die dieser fatale, aussichtslose Kampf führen kann, hat Schnitzler mit dem sprachlichen Mittel des Inneren Monologs einen perfekten Ausdruck gefunden. Und Senta Berger hat mit ihrer Interpretation die entsprechend perfekte Tonlage kreiert. Dabei spielt es keinerlei Rolle, dass man ihrer Stimme anhört, dass sie keine 19 Jahre ist. Was zählt ist ihr unglaubliches Einfühlungsvermögen, das sie mit Disziplin bis zum bitteren Ende durchhält. Senta Berger lebt die überspannte, bürgerliche Tochter mit ihren vagen erotischen Träumen. Sie atmet das Kokettieren mit dem Tod wie mit der Liebe aus. Elses Überforderung durch die für sie zu stark beladenen Eindrücke strömen aus jeder Äußerung, jedem Satz. Sie beherrscht die Töne ihrer Protagonistin bis ins Kleinste. Hinzu kommt die Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme, was die anderen Figuren angeht. Senta Berger spricht den Hotelportier genauso überzeugend wie die Tante, Paul so authentisch wie Cissy und kann sogar in die Rolle des Lebemanns Dorsday glaubwürdig schlüpfen. Alles geht ihr virtuos und schnell von der Zunge. Leicht gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 85 Minuten, 2 CDs. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Den österreichischen Schriftsteller Arthur Schnitzler (1862 bis 1931) habe ich früh als Dramatiker schätzen gelernt. Seine Stücke 'Liebelei' und 'Reigen', die einst Skandal machten, tauchen noch heute immer wieder auf den Spielplänen auf. Aber auch als Erzähler sind Schnitzler Meisterstücke von erstaunlicher Modernität gelungen, darunter zwei Novellen, die durch den so genannten inneren Monolog den klassischen Erzähler zum Verschwinden bringen: Die Ich-Figuren 'Lieutenant Gustl' und 'Fräulein Else' teilen gleichsam ihr unmittelbares gegenwärtiges Erleben mit und bringen Inhalte zur Sprache, die dem Bereich des Unbewussten oder Vorbewussten angehören. (...) "Beide Novellen - ästhetisch, psychologisch und sozialgeschichtlich gleichermaßen gewichtig - sind jetzt in Reclams Universalbibliothek neu erschienen, mit ausführlichen Nachworten; zu 'Fräulein Else' liegt außerdem ein Band mit 'Erläuterungen und Dokumenten' vor. Dies ermöglicht eine intensive Lektüre der Texte, weist auf Feinheiten hin und gibt Antworten auf Fragen, die uns (geben wir's nur zu) beim 'normalem' Lesen gar nicht einfallen würden." -- Frankenpost

Kurzbeschreibung

Arthur Schnitzlers wohl berühmteste Schilderung eines Frauenschicksals: Die neunzehnjährige Else soll ihren Vater vor dem drohenden Bankrott retten und zerbricht an den Forderungen des Geldgebers. Zeitgenossen des Autors rühmten die präzise Charakterdarstellung, die Erkenntnisse aus der Psychoanalyse verarbeitet.

Über den Autor

Arthur Schnitzler, geb. 15.5.1862 in Wien, versuchte bereits als Neunzehnjähriger seine ersten Dramen zu schreiben. Nach dem Studium der Medizin war er Assistenzarzt an der Allgemeinen Poliklinik und dann praktischer Arzt in Wien, bis er sich mehr und mehr seinen literarischen Arbeiten widmete. 1886 erscheinen die ersten Veröffentlichungen in Zeitungen, 1895 das erste Buch. Bei Arthur Schnitzler bildet stets der einzelne Mensch den Mittelpunkt seiner durchweg im Wien der Jahrhundertwende angesiedelten Stoffe. Er starb am 21.10.1931 als einer der bedeutendsten österreichischen Erzähler und Dramatiker der Gegenwart in Wien.
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