Das Buch zeigt, dass der Autor vermutlich ein guter Fachmann ist. Andere Fachleute (Werkzeugmacher, Feinmechaniker usw.) werden daher das Buch ohne Probleme verstehen können. Allerdings wendet sich das Buch an Hobby-Modellbauer. Und diese haben häufig völlig andere Berufe und werden daher die verwendete (und leider nicht erklärte) Fachterminologie kaum verstehen. Ein Beispiel von vielen: "Der tote Gang ist die Summe des Axialspiels in der Spindelmutter und am Schiebebund der Schlittenkopfplatte." Zu dieser Art von Erklärungen gibt es eine Vielzahl von technischen Zeichnungen und Skizzen, die für einen Ungeübten kaum verständlich sind. Viele Seiten werden darüber hinaus damit gefüllt, wie man sich Zubehörteile (wie z.B. Fräser) selbst herstellen kann. Wie selbstverständlich steht dort, dass man sich ein Teil drehen könne, als ob jeder Modellbauer über eine Drehbank verfügen würde und damit umgehen könnte.
Hingegen vermisst man simple Hinweise, wie man mit den im Hobbybereich gebräuchlichen Fräsmaschinen umzugehen hat, um einfache Fräsarbeiten (z. B. Fensterausschnitte) exakt auszuführen. Unter "Sonderbauformen" geht der Autor leider nur auf ganzen zwei Seiten auf 4 Maschinen ein, zwei davon von Proxxon.
Gut verständlich und auch hilfreich sind hingegen die Ausführungen zum richtigen Spannen von Werkstücken und den dazu notwendigen Hilfsmitteln.
Mit etwas Mühe (und Wikipedia zur Klärung der Terminologie) kann man auch den wichtigen Hinweisen im Kapitel "Das Material" folgen.
Resumee: Für "einfache" Modellbauer ohne technische Ausbildung, die wissen möchten, wie man weniger spektakuläre Teile dennoch exakt herstellen kann, erscheint das Buch weniger geeignet zu sein.