"Hey, Gift of Gab - das ist doch der Typ von Blackalicious! Auch noch mit eigenem Album? Muss ja gut sein!"
So ähnlich waren meine Reaktionen, als ich erstmals von "Fourth Dimensional Rocketships Going Up", dem ersten Soloalbum von Tim Parker alias The Gift of Gab hörte. Und wie bei eigentlich allen Quannum- und Blackalicious-Releases konnte man schon im Vorfeld überzeugt sein, dass es sich hier um ein gutes, wenn nicht sogar großes Album handeln wird - und auch diesmal wird. Denn Gift of Gab gehört nicht nur unbestritten zu den intelligentesten Rappern der Szene, auch sein generelles musikalisches Talent treibt Zuhörern und Kritiker immer wieder Freudentränen in die Augen. Bislang konnte er dies hauptsächlich im Verbund mit seinem Kollegen Chief XCel bei Blackalicious unter Beweis stellen - eine Kombination, die mit "NIA" und "Blazing Arrow" zwei der besten Hiphop-Alben aller Zeiten sozusagen aus dem Ärmel schütteln konnte.
Dass da über kurz oder lang auch mal ein Solo-Album herausspringen mußte, war ja zu erwarten und vielleicht auch zwangsläufig nötig. Soviel Potential muss ja auch mal solo rausgelassen werden.
Und das tut er mit Unterstützung von Jake One und Vitamin D, die ihn tatkräftig bei der musikalischen Ausarbeitung unterstützen und dabei kräftig den Funk herauskramen und dabei eine Palette an höllenfunky Songs hervorzaubern, von denen einer mehr groovt als der andere, die aber nie angestrengt wirken, sondern immer wohltuend und melodisch die Hörgänge des Zuhörers passieren..
"Fourth Dimensional Rocketships Going Up" kann man deshalb eigentlich immer hören - sei es beim relaxten Nachdenken, an warmen Sommerabenden auf dem Balkon, wenn man grade gute Laune hat oder auch einfach nur, wenn man mal Lust auf richtig gute Rapmusik verspürt. "Fourth Dimensional Rocketships Going Up" ist intelligent, relaxt, soulful, groovy, sophisticated, mellow und vieles mehr; Gift of Gab selber beweist sich in diesem Zusammenhang u.a. als Storyteller, Sozialkritiker und Liebespoet. Das wird an Songs wie den hervorragenden "Rat Race" oder "Way of Light", mit Unterstützung von Vursatyl von den Lifesavas, deutlich, aber auch am Rest des durchgängig guten Albums. Da reicht es in dem Zusammenhang dann auch mal zu 70er Stevie Wonder-Gedächtnissynthies wie auf "Moonshine". Wer aber Klischees oder aufgesetzte Images erwartet, der liegt hier falsch, auch wenn Gift of Gab auf "Real MCs" mal verbal die Muskeln spielen läßt. Dass er aber ebenfalls einfach auf dicke Beats flexen kann, zeigt der Bonustrack "Just Because".
Das Ding ist einfach funky wie Sau - was ja bekannterweise ein Gütesiegel von Quannum ist und auch diesmal voll ins Schwarze trifft. Intelligente, unverkrampfte Texte mit einem absolut treffsicheren Flow auf größtenteils arschfunky Beats.
Groß. Positiv. Einfach gut.