In der Kleinstadt Millers Kill herrscht gleich an zwei Fronten Aufregung. Ein Bauprojekt ruft Umweltaktivisten auf den Plan, die eine Verseuchung des Grundwassers mit Überresten einer PCB-Deponie befürchten. Zur gleichen Zeit werden zwei homosexuelle Männer von vermummten Schlägern verprügelt und schwer verletzt. Polizeichef Russ Van Alstyne hat alle Hände voll zu tun. Und auf eine Einmischung von Reverend Clare Fergusson, der Pastorin der Episkopalkirche, würde er nur zu gern verzichten. Der ehemaligen Hubschrauberpilotin der Armee liegt es allerdings nicht, tatenlos zuzuschauen. Vor allem die gewalttätigen Übergriffe machen ihr Sorgen, und sie bemüht sich, die Motivation hinter den abscheulichen Attacken zu ergründen. Als ein dritter Mann Opfer eines Überfalls wird und sogar umkommt, kennt Clare kein Halten mehr. Ihre eigenmächtigen Recherchen bringen sie in Gefahr, fördern aber auch Unglaubliches zutage.
Auch in ihrem zweiten Fall lässt sich Clare Fergusson nicht von Russ Van Alstynes ablehnender Haltung gegenüber ihrer Intervention beirren. Das Verhältnis der beiden ist äußerst kompliziert. Die zölibatär lebende Geistliche und der verheiratete Polizist wandeln auf einem schmalen Grat, was ihre persönliche Beziehung betrifft. Während sie sich privat sehr schätzen, sind sie bei ihrem beruflichen Aufeinandertreffen nicht immer einer Meinung. Gemeinsam gelingt ihnen die Aufklärung der Verbrechen, wobei jeder mit eigenen Stärken aufwarten kann. Scharfsinn und Kombinationsgabe zählen in diesem Krimi zwar mehr, auf Action und einige spektakuläre Knalleffekte wird aber nicht gänzlich verzichtet. Der Polizeichef kommt dabei zuweilen besonnener rüber als die Pastorin, die sich eher in eine Sache verbeißt, bis sie ihr auf den Grund gekommen ist. (TD)