Die Neuauflage der Fotopsychologie von Martin Schuster ist noch leser-freundlicher als die 1. Auflage: ein Fotopraktikum führt den Fotoamateur zu Motiven, an denen die relevanten psychologischen Sachverhalte demonstrierbar sind, und so kann man zu interessanten Foto-Ergebnissen gelangen. Hier erfährt man wirklich etwas über die biologischen und psychologischen Gründe der Gesichtsschönheit und wird in die Lage versetzt, Portraitfotos bewusster zu gestalten.
Das Buch ist in seinen Erkenntnissen immer noch einzigartig: Nur hier wird dem Leser demonstriert, dass Hintergründe beim binokularen Sehen doppelt gesehen werden, und das Betrachten eines tiefenscharfen Fotos eine völlig andere erweiterte Wahrnehmungserfahrung ergibt, als sie beim natürlichen Sehen zustande kommt. Von da aus kann man die Gründe der „Bildverliebtheit" unserer Zeit verstehen.
Der Autor führt den Leser aus den gewohnten Bahnen der Fotografie und zeigt in einem Kapitel „Psychofotografie", wie Fotografie besser und auf ganz neue Weise für ein Tagebuch des Lebens-Alltags genutzt werden kann. Als Therapeut (ein Kapitel: Fototherapie) hilft er so, Fotografie emotional bedeutsam und therapeutisch nutzbar zu machen. Ein interessantes Kapitel über Digitalfotografie ergänzt die neue Auflage. Für jeden, der ei-nen Fotoapparat hat, eine Bereicherung.