Die Idee ist eine gute: In Kurzporträts 50 Fotografen mit ihrem Werk vorzustellen und so die Fotografiegeschichte anhand ihrer bestimmenden Einflüsse und Personen zu erklären.
Was dabei heraus gekommen ist, ist weniger überzeugend.
Kurzporträts von 2 Seiten incl. Lebenslauf und Bilder, fast alle (bis auf 2-3 Ausnahmen) schwarz-weiß sind schlicht zu kurz, um sich ein Bild eines Fotografen zu machen. Die Lebensläufe sind äußerst kurz gehalten, voller Lücken und auch mal durcheinander geraten.
Drei Bilder reichen kaum aus, um das Stilbildende eines Fotografen herauszuarbeiten (häufig sind es sogar weniger).
Wenn dann noch Fachbegriffe hinzu kommen, die nicht erläutert werden, dürfte der Laie oder normale Interessent an der Geschichte der Fotografie überfordert sein. Zumindest ein historischer Abriss oder ein Glossar der wichtigesten Fachbegriffe hätte hier weitergeholfen.
So wird der Leser mit den Biografien der FotografInnen allein gelassen, wenngleich diese kompetent geraten sind. Als Ausgangspunkt für weitere Recherche im Internet kann das Buch durchaus angehen, zumal auch Literaturhinweise zu den einzelnen Porträts angegeben sind. Ob man dafür aber dieses Buch kaufen muss?
Fazit: Weder wird die Frage beantwortet, warum man gerade diese 50 Fotografen kennen sollte, noch, wer diese eigentlich kennen sollte. Das Versprechen, die Fotografen mit ihren wichtigsten Werken zu porträtieren wird auch nicht eingehalten. Häufig gibt's statt der Bilder nur ne textuelle Beschreibung. Wer die Werke dann nicht kennt, schaut quasi in die Röhre.