In seiner ersten Auflage war "
Das Forum Romanum" im Februar 2009 erschienen, jedoch bald danach nur noch im modernen Antiquariat erhältlich, wo das zwei- bis dreifache seines ursprünglichen Verkaufspreises verlangt wurde, bzw. noch heute verlangt wird. Glücklicherweise hat sich der Darmstädter Verlag Philipp von Zabern für eine zweite Auflage entschlossen.....
Der Autor, Klaus Stefan Freyberger (Jahrgang 1948) promovierte 1985 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema "Stadtrömische Kapitelle aus der Zeit von Domitian bis Alexander Severus. Zur Arbeitsweise und Organisation stadtrömischer Werkstätten der Kaiserzeit". Nachdem er zwischen 1985 bis 1990 zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft, dann als Referent an der Außenstelle Damaskus des Deutschen Archäologischen Institut tätig war, habilierte er 1993 zum Thema "Die frühkaiserzeitlichen Heiligtümer der Karawanenstationen im hellenisierten Osten. Zeugnisse eines kulturellen Konflikts im Spannungsfeld zweier politischer Formationen" an der Universität zu Köln. 1994 lehrte er an der Ludwig-Maximilians-Universität München, anschließend wurde er Leiter der Außenstelle des Deutschen Archäologischen Instituts in Damaskus und 1998 zum außerplanmäßigen Professor an der Universität zu Köln berufen. Seit 2002 ist er als wissenschaftlicher Direktor an der Abteilung Rom des Deutschen Archäologischen Instituts beschäftigt. Neben den Heiligtümern aus hellenistischer und römischer Zeit, ist es gerade sein zweiter Forschungsschwerpunkt "Forum Romanum", der ihn für die Autorenschaft eines gleichnamigen Bandes prädestiniert.
In seinem Vorwort vom Januar 2012 macht Prof. Dr. Klaus Stefan Freyberger sein Anliegen deutlich, warum er der Fülle von Publikationen zu einer Stätte, über die ohnehin schon alles bekannt sei, eine weitere hinzufügt. Bei einer näheren Betrachtung der wissenschaftlichen Veröffentlichungen und auch der allgemeinen Literatur zu diesem Thema offenbart sich, dass es nur wenige Gesamtdarstellungen über das Forum Romanum gibt, die gleichzeitig für den Altertumswissenschaftler und auch den interessierten Laien brauchbar sind. In den zahlreichen Forums-Führern werden vorwiegend lediglich die verschiedenen Bauwerke und Monumente beschrieben. Eine zusammenhängende Darstellung der Nutzungsgeschichte des Forums und seiner verschiedenen Funktionsbereich lassen diese Druckwerke jedoch durchgehend vermissen.
Ausgehend von einer Analyse der archäologischen Befunde, die von den einzelnen Monumenten und deren Ausstattung geboten werden, rekonstruiert der Autor die verschiedenen Phasen des Forums und den damit verbundenen Wandel von der Republik bis in die Spätantike. Hierbei wurde der Schwerpunkt auf die augusteische Phase gesetzt. Auf dies Weise gelingt es Freyberger nicht nur, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die Menschen der Antike auf dem Forum gelebt, agiert und ihre Interessen vertreten haben. Gleichzeitig macht der dadurch die Bauten des Forums auch zu historischen Zeugnissen eines Spiegelbildes einer langen Epoche in der Stadtgeschichte Roms.
Die Präsentation gliedert sich in drei Kapitel, die mit den Überschriften "Von den Anfängen bis zum Ende der Königszeit" (10. Jh. v. Chr. - 509 v. Chr), "Die Zeit der Republik" (509 v Chr. - 31 v. Chr.) und "Von der Kaiserzeit bis zur Spätantike" (31 v. Chr. - 7 Jh. n. Chr.) tituliert sind. Der Text wird durch eine große Anzahl von farbigen Übersichts- und Detailfotos, Grundriss- und Querschnittzeichnungen begleitet.
Nach einer Schlussbetrachtung "Mittelalter und Neuzeit: Der Weg von der Vergessenheit zur Wiedererinnerung" und einem Nachwort, bietet der Autor einem Appendix zur "sakralen Topographie auf dem Forum Romanum in republikanischer Zeit". Hierin wird die sakrale Bebauung im Zentrum des Republikanischen Roms, deren gewachsener Zusammenhang zwischen Forum Romanum, Kapitol und den späteren Kaiserforen durch Mussolinis brachiale Baumaßnahmen zerstört wurde, thematisiert.
Ein Glossar und ein Verzeichnis der zitierten Werke antiker Autoren bilden zusammen mit einer Auswahlbiographie und einem Bildnachweis den Abschluss eines Studienführers, den timediver® bei seinem Besuch der Ewigen Stadt im August 2003 gerne dabei gehabt hätte.