Erwartungsvoll nimmt man dieses Buch zur Hand, erwartet einen mit Haupt- und Nebendarstellern vollgepackten Roman, der vor Spannung nur so sprüht, denn Isabel Allende hat es in den letzen Jahren immer wieder fertig gebracht, ihre Fans an eupforischem Lesefieber erkranken zu lassen. Doch hat man bei "Fortunas Tocher" erst einmal das erste Kapitel hinter sich gebracht, verspürt man den dringenden Wunsch, das ganze Buch wieder ins Bücherregal zurückzustellen, um es dort verstauben zu lassen.Wo wo ist die Spannung abgeblieben, und überhaupt: braucht ein gutes Buch nicht etwas namens Handlung? Na wenn schon, in der Hoffnung, doch noch irgendwo einen Handlungsstrang zu finden, blättert man sich weiter vorwärts, doch wirklich spannende Elemente werden einfach nur kurz und kompakt auf wenigen Seiten zusammengefasst , während sich Belanglosigkeiten wie zum Beispiel der Lebenslauf einer völlig unwesentlichen Nebenperson über meherer Kapitel hinziehen. Doch der eingefleischte Allende-Fan gibt sich so schnell noch nicht geschlagen. Tapfer liest er weiter, und endlich- nach einigen hundert Seiten- entschließt sich Fortunas Tochter, nach Kalifornien auszureisen und ihren Geliebten zu finden. Der Leser macht Freudensprünge, denn ein Mädchen, welches alleine aufbricht, um den wilden Westen zu erkunden, dass muss doch einfach eine tolle Geschichte geben. Doch, tja, Pech gehabt. Nach einer Schifffahrt,die tatsächlich ein wenig Pep enthält, fällt das Buch wieder zurück in seine triste Einseitigkeit,die Hauptperson reitet in der Prärie herum, ohne je ein Abenteuer zu erleben, wieder werden unwesentliche Zustände und Personen in ewig langen abschnitten beschrieben. Doch dann kommt die Überraschung, nach 300 Seiten von meist quälender Langeweile überschlagen sich Plötzlich die Handlugen, dass Mädchen findet eine heiße Spur zu ihrem Geliebten, ihr Freund entscheidet sich , kleine Mädchen vor der Prostituion zu retten und die Frage nach dem verschollenen Vater der Hauptdarstellerin klärt sich auf. Jetzt macht sich der Leser bereit, sich einem grenzenlosen Lesespaß hinzugeben, doch dann -man kann es nicht glauben- macht einem das apprupte Ende des Romans einen jähen Strich durch die Rechnug.Ich möchte es hier nicht genauer erläutern, doch es wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Es mag vielleicht an meinem Alter liegen (viele meinen, einen BRAVO würde besser zu mir passen als diese Art von literatur), doch diese Buch ist leider nicht so sehr zu empfehlen, auch der offene Schreibstil der Autorin kann es nicht mehr retten, denn eine gute Geschichte gehört zu jedem Bestseller. Tut mir leid, Isabel