Hier ist eine junge Frau dargestellt, die sich gründlich zum Affen macht - aber immerhin wird es ihr klar und sie reagiert auf die beste und sympatischste aller Arten: Humor. Sie muss über sich selbst und ihre Naivität so sehr lachen, dass sie am Ende als die Gewinnerin, als die Gute, ein bisschen auch als der "bessere", auf jeden Fall als der interessantere Mensch dasteht.
Auch ist das Buch ein Plädoyer für Bildung, denn auch wenn es "nur" aus Liebe geschieht, so entdeckt Simone-Mona doch, wie viel größer die Welt ist, wenn man nicht nur auf die eigenen und fremden Fingernägel im Schönheitssalon, sondern auch mal in ein Buch oder eine Zeitung schaut.
Nur leider ist dieser ganze gute Inhalt etwas nervig verpackt. Es ist eine hohe Kunst, mit genauem Auge die kleinen Dinge des Alltags zu erzählen, um eine Figur lebendig zu machen, David Lodge beherrscht sie, Mann beherrschte sie, Frau Kullmann ahmt sie - noch - leider nur nach und erzählt viel, was man irgendwie gar nicht wissen will.
Ein bisschen erschrocken hat es mich, dass Kullmann zuvor eine Studie über die neue Frau verfasst haben soll - und ich hoffe inständig, dass noch ein paar mehr Bücher von ihr kommen mit noch ein paar anderen Typen, denn repräsentativ ist Mona-Simonchen hoffentlich nicht - und wenn, dann möchte ich doch betonen, dass viele von uns schon lange über den Schönheitssalonkönig raus sind.