Nach den - doch teilweise sehr vernichtenden - Kritiken habe ich anfangs einen Bogen um das Album gemacht. "Das schwächste Album von The Verve", sagte der Kulturteil von SPIEGEL Online zum langersehnten Nachfolger von "Urban Hymns" von 1997. Klar, "Urban Hymns" avancierte sich schnell zum Klassiker und legte die Meßlatte für Nummer 4 hoch - erst recht nach der langen Wartezeit von satten 11 Jahren.
Irgendwie landete "Forth" dann trotzdem in meinem CD-Player; mehr durch die Erwartung veranlasst entäuscht als überrascht zu werden, drückte ich die Play-Taste...und war beeindruckt!
Keine Ahnung warum die Länge der Titel beklagt wird; was soll so schlechtes daran sein, wenn die Titel gut 6-7 Minuten lang sind? Denn sie sind wirklich grandios. Außerdem waren die meisten Stücke von The Verve eh' immer etwas länger.
Die Kritik am Titel "Love Is Noise" ist nachvollziehbar. Meiner Meinung nach klingt der Refrain zwar nicht unbedingt wie von den Teletubbies, aber man muss den Stil mögen. Mir jedenfalls hat der Song auf Anhieb gefallen.
Das Album ist jedoch nur im Ganzen zu verstehen, denn wer nicht die Zeit hat sich einen Titel anzuhören, der die 6 Minutenmarke knackt, hat auch kein Elan sich das ganze Album anzuhören.
Mir geht es aber so, dass wenn ich den ersten Titel abspiele nicht vor dem Ende des letzten die Stopp-Taste drücke, ohne dabei etwas überspringen zu wollen.
Am besten beschreibt das Cover des Albums die Musik auf der Platte, dass ist zwar schwer nachvollziehbar, wenn man das Album noch nicht gehört hat, aber im Nachhinein passt dieser Bild-Musik-Vergleich doch ziemlich gut.
Also: "Forth" ist weder ein Album für die Masse, noch für den kurzweiligen Hörgenuss. Dies macht es aber nicht zwangsläufig zu einem schlechten Album. Eine solche Bewertung könnte dafür nicht unzutreffender sein - jedenfalls empfinde das ich so, der das Album zu verstehen glaubt.