Das Buch sollte zweifellos im Regal jedes Forschungsreferenten einer Hochschule oder Forschungseinrichtung stehen - es gibt kein annähernd vergleichbares Werk, das in dieser schier unglaublichen Fülle die Möglichkeiten für Forschungsförderung darstellt. Der Inhalt erstreckt sich von einer straffen Darstellung des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms über Tipps für eine erfolgreiche Antragstellung bis hin zu riesigen Listen von Adressen und Ansprechpartner von Förderorganisationen. Die Programme der DFG, des BMBF, zahlloser Stiftungen, der Landesministerien und anderer Förderer werden erschöpfend abgehandelt. Auf den ersten Blick hat man das Gefühl, nichts zu vermissen.
Doch das Buch hat auch seine Schwächen:
- Die Möglichkeiten verschiedener Bundesländer, Forschung und Technologie mithilfe des Europäischen Fonds für regionalen Entwicklung (EFRE) zu fördern, fehlt vollkommen. Das ist mir absolut unbegreiflich, denn den Ländern stehen aus dem EFRE z. T. exorbitante Summen zur Verfügung.
- Die Übersichtlichkeit lässt hie und da zu wünschen übrig: Sucht man etwa nach spezifischen Fördermöglichkeiten für die Erziehungswissenschaften, so hilft zwar das Schlagwortregister weiter, man muss aber mühsam hin und her blättern. Auf die listenartige Darstellung bestehender DFG-Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs etc. hätte man getrost verzichten können, da diese alle paar Monate erheblichen Fluktuationen unterworfen sind.
- Ein feister, nicht zu verzeihender Schnitzer findet sich auf S. 31 unter "Großgeräteförderung": Hier wird noch auf das Hochschulbauförderungsgesetz (HBFG) verwiesen, das bereits Ende 2006(!) im Zuge der Föderalismusreform abgeschafft wurde. Dieser Umstand muss bei Redaktionsschluss bekannt gewesen sein, weshalb man auf die neuen Verfahren noch ohne Zeitdruck hätte eingehen können. Allein hierfür gibt's von mir einen Stern Abzug.
Trotzdem kommt man als Forschungsreferent/in nicht umhin, sich das Buch als unentbehrliches Nachschlagewerk ins Regal zu stellen. Es gibt nichts Vergleichbares.