Mit seiner "Formenlehre der Musik" hat Clemens Kühn eine Formenlehre geschaffen, wie sie zuvor kaum vorstellbar gewesen wäre. Anstatt wie herkömmliche Formenlehren feste Schemata vorzustellen, in die dann die Musikstücke mit mehr oder weniger Feingefühl hineingepresst werden, geht er vom einzelnen Stück aus, zeigt Gesetzmäßigkeiten in der Form auf und führt den Leser langsam an ein Verständnis verschiedener Formen und der sich darin niederschlagenden musikalischen Denkweise heran. Bei alledem aber werden auch die Beschreibungen der klassischen Formen nicht vernachlässigt. Er stellt die Formideen und Gestaltungsprinzipien in ihrem geschichtlichen Wandel dar und schließt Okeghem genauso in seine Betrachtungen ein wie Ligeti. Zugleich führt er natürlich aber auch alle Begriffe der Formenlehre auf und beschreibt sie detailliert und gut verständlich.
Die Formenlehre ist sehr gut gegliedert und eignet sich auch als Nachschlagewerk. Ein Sachregister und Querverweise ermöglichen es dem Leser, sich schnell einen Überblick über eion bestimmtes Thema zu verschaffen.
Ein lohnendes Buch für jeden, der sein Musikverständnis erweitern will, den die Einzigartigkeit eines jeden Musikstückes nicht abschreckt, sondern anzieht, und ein Buch, das sinnvolle eine Grundlage von unschätzbarem Wert für jede Musikanalyse darstellt.