heisst der erste Song auf Neil Youngs neuer CD. Und es sind tatsächlich immer wieder Welten, die bei Neil Young aufeinander prallen. Die Folkwelten genauso, wie die des Hardrock mit geradezu schmerzhaften Verzerrungen und Rückkopplungen. Oder die der modernen Technik und der Umwelt. Hat Neil Young immer schon Songs über Autos geschrieben, so treibt er es auf Fork In The Road auf die Spitze. Fast das gesamte Album beschäftigt sich mit dem Thema Autos und das muss der Leidenschaft Youngs geschuldet sein, seine spritfressenden Strassenkreuzer unter dem Siegel Lincvolt mit hybridgetriebenen Aggregaten auszurüsten. Johnny Magic heisst der Song für den Typen aus Wichita, der dies für Young in die Tat umsetzen soll. Und es rockt und rumpelt größtenteils, bis auf Off The Road und Light A Candle. Dazwischen geschoben ein etwas plakativer Kommentar an die Finanzwelt, wo man denn bitteschön die ganze Kohle hat verschwinden lassen (Cough Up The Bucks). Der Wiedererkenner schlechthin ist aber für mich Just Singing A Song, den Young auf seiner Tour im letzten Jahr schon live gespielt hat. Ein eingängiger Rocksong, mit der simplen Botschaft, dass eben Musik alleine die Welt doch nicht zu ändern vermag. Am Ende des Albums dann das Titelstück, wo der Sänger an der Weggabelung angekommen, doch wieder nicht weiß, welchen Weg er als nächstes einschlagen soll. Schon ein Wink mit dem Zaunpfahl für seine nächste Platte ? Neil Young hat ein solides Rockalbum gemacht, dass er anscheinend sehr schnell aufgenommen und produziert hat. Für manche ein Manko, für mich macht es den Charme des Neil Young aus, rohes und ungeschliffenes Material zum besten zu geben.
Zu guter letzt ein paar Worte zur DVD Version, die ich mir geleistet habe. Das Album ist hierauf nochmals in hochauflösender Version zu hören. Auf meiner Anlage ist der Unterschied nicht unbedingt relevant, aber das stört mich auch nicht besonders. Dazu die Songtexte, eine Fotogallerie u.ä., eigentlich nichts elementar neues gegenüber Veröffentlichungen, die Young in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Interessant aber ist der Block mit den Videos. Fork In The Road war schon auf Neil Garage zu sehen. Im Stile eines Videobloggers ist Young zu sehen, während der Song abläuft steckt er den Kopfhörer (offensichtlich) eines iPods in einen Apfel und isst den Apfel nach und nach auf. Dazu Just Singing A Song, Neil Young sitzt in einem Paddelboot und schippert auf einem Gewässer herum, bekleidet mit Hut, Sonnebrille und einem fast lächerlich löchrigen T-Shirt. Witzigerweise startet er den Song mittels einer Fernbedienung, die er demonstrativ in Richtung der Kamera hält. Eigentlich kein Musikvideo, sondern Parodie. Und Light A Candle, in der Kulisse eines Palmenwaldes mit Wohnwagen + Gattin Pegi. Zum Schluss jedoch der Höchepunkt, das als Zugabe der Konzerte dargebotene A Day In The Life von den Beatles. Was Neil Young daraus macht, ist absolut atemberaubend. Jeff Beck hat diesen Song auch seit Jahren in seinem Konzertprogramm, aber Neil Young stürmt durch dieses Lied, bis die Saiten seiner Gitarre in Fetzen hängen und das Instrument schließlich alleine vor sich hin jaulend am Verstärker lehnt, nachdem Young noch die Tonabnehmer der Gitarre mit den gerissenen Enden der Saiten malträtiert hat. Da kommt bei mir das Konzertfeeling zurück - ist vielleicht nicht unbedingt schön oder ästhetisch, aber es ist gelebt.