Aus der Amazon.de-Redaktion
Diese staubtrockene und brüllend komische "Mockumentary" über das vergessene Werk eines bahnbrechenden Filmpioniers aus Neuseeland ist wahrscheinlich eines der besten Beispiele des Subgenres gefälschter Dokumentationen. Tatsächlich war
Forgotten Silver bei seiner Fernseh-Erstausstrahlung in Neuseeland so erfolgreich, dass hunderte von Zuschauern den Köder schluckten, inklusive Schnur und Haken. Wenn man es nicht besser weiß, könnte man in der Tat schnell dem Glauben verfallen, dass die ersponnene Geschichte um Colin MacKenzie wahr ist, einem ambitionierten Filmemacher, der den weltweit ersten Tonfilm machte (Jahre vor dem vermeintlich ersten,
The Jazz Singer), den Farbfilm erfand, und ein gigantisches Bibelepos auf die Leinwand hievte, das Cecil B. DeMille und D.W. Griffith vor Neid erblassen ließ.
Regisseur Peter Jackson (inzwischen weltweit bekannt durch seine Der Herr der Ringe-Trilogie) dokumentiert hier die "Entdeckung" von McKenzies verlorenem Epos, das über Jahre in einem Gartenschuppen gelegen hat. Diese verborgene Goldmine (Jackson vergleicht es damit, Citizen Kane auf einem Speicher zu finden) wird die Filmgeschichte auf ewig neu schreiben -- wie auch Filmkritiker Leonard Maltin und Produzent Harvey Weinstein eifrig bestätigen. Jackson zeichnet MacKenzies ruhmreiche Zeit durch Zeitungsberichte, alte Fotos und extrem einfallsreiches Filmmaterial nach, das sowohl die Albereien hinter der Kamera von MacKenzies Salome als auch tatsächliche Ausschnitte dieses vermeintlich großartigen Werkes zeigt.
Wer den Filmemachern nicht traut, für den legt Schauspieler Sam Neill die Hand ins Feuer für die Bedeutsamkeit des Materials. Jackson versteht es, die Selbstherrlichkeit von Filmdokumentationen -- von den "Nachstellungen" tatsächlicher Ereignisse über Fotos und Voiceovers (die Erzählstimme des Films ist entsprechend markant) -- bis aufs i-Tüpfelchen zu kopieren, und nicht ein einziges Mal verliert er seine Ernsthaftigkeit in den Interviews mit Filmhistorikern und MacKenzies "Ehefrau". Auch weniger filmgeschichtlich Interessierte werden von Jacksons subtilem Humor und seinem beeindruckenden Einfallsreichtum verzaubert werden. Die Geschichte von Colin MacKenzie setzt sich jedenfalls auf lange Zeit in der Erinnerung fest. --Mark Englehart
VideoMarkt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereichert im ländlichen Neuseeland der junge Filmpionier Colin McKenzie die jungfräuliche Technik um allerhand nicht selten spektakuläre Innovationen. So dreht McKenzie bereits 1908 einen Ton- und 1911 einen Farbfilm, ohne jedoch auf dem Rest der Welt sonderlichen Anklang zu finden. Revolutionäre Showformate bringen ihm Geld für die Verwirklichung eines epochalen Historiendrama, doch scheitert sein Traumvorhaben an der schieren Dimenson des Projektes.