"World Sick" ist ein Klasse-Einsteig für ein Album, an das einige nicht mehr glaubten: Fünf lange Jahre war es still um die kanadische Formation ohne feste Mitglieder. Doch sobald man diesen Track hört, tritt die "Forgiveness" ein: eine sich aufbauende, epische Soundcollage wird mit dem Refrain durchbrochen, der direkt mal den Bombastpegel weit oben anlegt. Zwei ganze Minuten klingt der tolle Song aus, was normalerweise ein Unding ist für einen Opener, aber BSS machen es trotzdem. Die dürfen das und wir verzeihen ihnen erneut. Das Album im Ganzen ist ein Feuerwerk der Abwechslung. Straighte Rocknummern wie "Chase Scene" und "Forced To Love" wechseln sich ab mit schwebenden Synth-Stücken wie "Meet Me In The Basement". Mit "Highway Slipper Jam" findet sich mal eben so ein afrikanisch-angehauchter Chill-Song auf der Platte. Und zum Schluss gibt es eine Ode an die Onanie oben drauf ("Me And My Hand").
Durch das Album zieht sich das großartige Gefühl, dass sich hier viele individuelle Künstler austoben dürfen. Ergebnis: Das Hören macht Spaß. Die Arrangements sind reich an Details, der Bombast im Stile von Arcade Fire dringt von überall in die Hörmuscheln und obendrein ist das Album mit knapp einer Stunde ein echter Schinken, der aber nie fad wird.
2010 kündigt an, ein tolles Jahr für Musik zu werden und Broken Social Scene tragen viel dazu bei. Absolute Kaufempfehlung!
9/10