Neaera. Der Name löst bei mir immer noch Euphorie und Spannung aus, dabei höre ich die Band erst seit Armamentarium, welches, auch nach Anschaffen der restlichen Werke, immer noch mein Liebling ist. Und nun kommt das neuste Output: "Forging The Eclipse". Zugegeben, auf dieses Album habe ich mich dieses Jahr am meisten gefreut, lässt man mal die neue Heaven Shall Burn weg, doch wird das Album den hohen Erwartungen gerecht?
Zunächst sei einmal gesagt, dass sie sich nur bedingt in Richtung ältere Sachen entwickelt haben. Das Album verbindet viele Elemente des Melodic-Death-Krachers Armamentarium, einige At The Gates-ähnliche Leads und ein paar Sachen aus den ersten beiden Alben und das sehr gelungen. Es ist aber Alles in Allem wieder etwas neues bei rausgekommen, wie man es ja auch von den letzten Alben gewohnt war. Man findet hier kompromisslosen Melodic/Modern Death Metal, mit einigen Abstechern in die Core Ecke und auch manchmal zum Black Metal. So findet man zum Beispiel den ein oder anderen Breakdown oder auch fast schon melancholische Gitarrenmelodien mit leicht unterlegten Drums.
Generell findet man sich aber zum Größten Teil in einem gut ausgewogenen Banlanceakt zwischen Härte, Groove und Melodie im Mid- und Uptempo-Bereich, was man bei dem Münsterner Quintett nur selten ein ganzes Album lang gehört hat, denn (und da soll mich keiner falsch verstehen) obwohl alle Alben Neaeras für mich ein kleines Meisterwerk in sich bilden, sinken sie gegen Schluss bei den letzten 2oder 3 Songs sehr ab und haben auch hier und da mal einen Durchhänger. So nicht bei Forging The Eclipse, denn hier ist wirklich jeder Song ein Treffer, auch wenn man sich etwas Zeit nehmen muss, denn solche Hassbolzen muss man erst mal verdauen, deswegen sollte man nicht gleich beim ersten Durchhören die Platte auf Seite legen und sich seine Lieblinge raussuchen, die einem direkt ins Auge gesprungen sind, denn dadrch verpasst man viel!
Leider kann ich es mir nicht verkneifen eben einen dieser Songs hervorzuheben >.<
-Heavens Descent-
Bis jetzt dachte ich, dass sie niemals mehr einen Hammersong wie Spearheading The Spawn schaffen können, doch Fehlanzeige! Der Song hat einfach alles! Einen ziemlig mitreißenden, groovigen, teils breakdownartigen Refrain, harte und schnelle Death-Riffs, eine gute Mischung aus hohen und Mid-Screams und tiefen Growls, gelungene Moshparts, einen ehermelodisch angehauchten Mittelteil mit langsamen groovenden Blastbeats, einen epischen Breakdown und und und!!!
Nicht mal Hymnen wie Walls Instead Of Bridges, Let The Tempest Come oder Paradigm Lost kommen da mit, denn der Song verbindet wunderbar alte metalcorische Anteile mit der neuen Death-Attitude!
Textlich setzt man wieder auf politische Probleme, zum Teil auch aus der Gegenwart wie die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko oder den Kindesmissbrauch in der Kirche, aber auch ältere Themen wie den Mord an 8000 Muslimen im bosnischen Srebenica im July 1995.
Alles in Allem bleibt mir nur zu sagen, dass sie so gut wie alle Erwartngen erfüllt haben und sich neben den starken Outputs dieses Jahres nicht verstecken. Natürlich wird hier auch Manches bei den Herren von HSB abgeguckt wie das Intro, aber es ist zu verschmerzen, denn sie machen das, was sie machen, auf ihre eigene Art und Weise und das ziemlig gut, teils sogar härter, facettenreicher und besser als die Überflieger von Heaven Shall Burn.