Die Geschichte:
Zwei Monate nachdem Grace aus dem Krankenhaus verschwand, nimmt sie das erste Mal wieder menschliche Gestalt an. Während Sam sich irgendwie mit Cole arrangiert, und der Frühling Einzug hält, werden Grace's Verwandlungen zum Menschen immer häufiger. Doch kaum hat ihre menschliche Gestalt wieder eine gewisse Stabilität erreicht, tauchen neue Probleme auf: In der Nähe von Becks Anwesen wird die Leiche eines Mädchens gefunden - getötet von Wölfen. Die Polizei hat schnell einen Verdächtigen: Sam Roth ist die einzige Verbindung zwischen dem toten Mädchen und dem Verschwinden von Grace Brisbane und Geoffrey Beck. Sam's Verdächtigung und Grace's ausstehende Konfrontation mit ihren Eltern, sowie die emotionsgeladenen Spannungen zwischen Cole und Isabel sind jedoch vergleichsweise kleine Probleme...
Isabel's Vater Tom Culpeper sieht in dem Tod des Mädchens endlich die Gelegenheit, auf die er schon so lange gewartet hat: Das Wolfsrudel in Boundery Woods auszurotten und sich damit an den vermeintlichen Mördern seines Sohnes zu rächen...
Kann Cole rechtzeitig eine Formel finden um die Wölfe zu retten? Wird Sam den Mut haben, aus den Schatten seiner Vergangenheit zu treten und seine Position als Leitwolf einzunehmen? Werden sie in der Lage sein, Grace und die anderen zu retten?
Schreibstil:
Wie auch an den letzten beiden Bänden, ist schreibtechnisch kaum etwas an der Geschichte auszusetzen. Und wie zuvor, bedient sich die Autorin sehr wirksam Rilke's Werken um ihren eigenen Stil zu unterstreichen. Gelungene Sprachkunst!
Logik:
Hier zeigen sich die Schwächen des Buches. Trotz einer sehr positiven Erwartungshaltung, war es nicht möglich die Logikfehler zu überlesen...
!Achtung Spoiler!
Warum ist Cole der einzige Wolf, der es schafft trotz der Kälte seine menschliche Form zu bewahren? Wieso entdeckt er plötzlich tiefe Gefühle für Isabel? Wieso erzählt Grace nicht von Shelby? Ist jemand an Sam's Bett gestanden? Wer?
Zu allem Überfluss ist das Ende irgendwie unbefriedigend. Wer sich Antworten darauf erhofft, was aus Cole und Isabel wird, oder ob Grace's "Heilung" funktioniert und sie wieder zum Menschen wird, wird bitter enttäuscht!
Fazit:
Die Spannung bleibt konstant trotz der Logikfehler. Die Emotionen der Figuren sind wie immer detailiert ausgearbeitet und zufriedenstellend beschrieben. Es gibt mehr von Cole - was gut ist - doch seine "Wandlung" wirkt irgendwie gezwungen, so wie einige andere Stellen im Buch. Manche Szenen wirken wie "Lückenfüller", während andere Handlungsstränge (z.B. Shelby) sozusagen unter den Teppich gekehrt werden. Das Ende ist, wie gesagt, unbefriedigend.
Man hat irgendwie das Gefühl Mrs. Stiefvater hätte die Geschichte vor allem zu einem "schnellen" als einem "gut ausgearbeiteten" Ende bringen wollen, obwohl die Geschichte mehr hergegeben hätte.
Trotzdem: Wer die ersten beiden Bände mochte, wird auch diesen mögen - auch wenn er aus logischen Gesichtspunkten der Schwächste ist.