Auf der CD finden sich das berühmte, vielfach hochrangig eingespielte Forellen-Quintett von Franz Schubert und ein bereits 1802 von dem damals ungleich bekannteren Johann Nepomuk Hummel für die gleiche Besetzung (Klavierquartett und Kontrabass) komponiertes Quintett. Wie dem interessanten Begleittext zu entnehmen ist, gab der Musikmäzen Sylvester Paumgartner das Forellen-Quintett bei Schubert in Auftrag und wollte es in der gleichen Besetzung komponiert haben wie ein anderes Quintett von Hummel (jedoch nicht jenes, das hier eingespielt ist).
Soweit zu den Gründen für die Zusammenstellung der Werke. Das Hummel-Quintett kannte ich vorher nicht, es wird vom Autor des Begleittexts als kompositorisch sehr gelungen bewertet, mich reißt es nicht so mit, sicher auch Geschmackssache. Letztlich habe ich mir die Aufnahme doch wegen des Schubert-Werks angeschafft. Wie auch das Hummel-Quintett spielen die Musiker dieser Aufnahme, das Trio Wanderer und zwei "Gäste" an Viola und Kontrabass, das bekannte Stück flüssig, dynamisch, interpretatorisch sicher an der "historisch informierten" Aufführungspraxis orientiert, also schlank, in den Streichern mit relativ wenig Vibrato, gesanglicher Agogik, aber nie aufgesetzt "historisierend" oder blutleer.
Für mein Empfinden meistern gerade Klavier und Violine die teils halsbrecherischen Schwierigkeiten ihrer Stimmen souverän. Der einzige Wermutstropfen, der für mich auch nach mehrfachem Hören bleibt, ist ein für mein Empfinden unterbelichteter Kontrabass, obwohl ja gerade die Einbeziehung dieser Stimme eine der wesentlichen Besonderheiten dieser Stücke ist. Ich glaube nicht, dass das an der Aufnahmetechnik liegt, denn man kann alles sehr gut durchhören und hat die Musiker plastisch vor sich. Warum sich der Bassist Stéphane Logerot so zurücknahm, ist mir ein Rätsel.
Ansonsten eine tolle Aufnahme, die mich neugierig auf weitere Einspielungen mit dem Trio Wanderer macht, und die durch die Kompilation des Hummel-Stücks auch eine Repertoire-Erweiterung darstellt.