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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das Schlaraffenland ist in Wirklichkeit keines,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fordern statt Verwöhnen. Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie in Erziehung (Taschenbuch)
Mit großem Interesse habe ich dieses Buch gelesen und viele Dinge bestätigt oder endlich erklärt gefunden, die mir vorher eher diffus bekannt waren. Von Cube bearbeitet ein Thema, das gerade in der gegenwärtigen Gesellschaft - Konsumlust, lange Lebenszeiten nach Beendigung der Erwerbstätigkeit, viele Arbeitslose (die zwangsweise über viel Freizeit verfügen, die es gilt, sinnvoll zu gestalten) - von großer Bedeutung ist. Die Hauptaussage des Buches - dass Lust an Leistung gebunden ist und Verwöhnung katastrophale Folgen hat (aggressive Langeweile etc.) ist durchgehend überzeugend und eine sehr nötige Einsicht.Das Buch ist an sich gut zu lesen, wobei der Leser aber gut daran tut, sich bestimmte Fachwörter aus dem ersten Teil zu merken, denn das Vokabular bleibt doch etwas technisch - dadurch wird aber andererseits die nötige Präzision in der Aussage erreicht. Der Abschluss mit "Erziehungsstrategien" in den Bereichen Familie, Schule, betriebliche Ausbildung und Freizeitpädagogik bringt einiges noch einmal gut in der Praxis auf den Punkt, obwohl sich der praktisch interessierte Leser sicher insgesamt noch mehr Anwendungen gewünscht hätte. Gestört hat mich der ständige Bezug auf die Evolutionstheorie. Das gehört zwar zum verhaltensbiologischen Weltbild, die meisten Aussagen des Buches wären aber auch von rein menschheitsgeschichtlichen und gegenwärtigen Beobachtungen her genau so gültig. Insgesamt ein gut strukturiertes, solides und überzeugendes Buch, das wesentliche Erkenntnisse vermittelt, die jedermann bekannt sein sollten. Zu empfehlen nicht nur für Pädagogen und Eltern, sondern generell für alle, die sich Gedanken über Themen wie etwa sinnvolle Freizeitgestaltung oder Freude an Arbeit machen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Also ich mag's!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fordern statt Verwöhnen. Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie in Erziehung (Taschenbuch)
"Biologisch gesehen ist der Mensch ein Säugetier."So beginnt Felix von Cube seine Einführung in die Triebtheorie des Menschen. Des Menschen Sonderstellung begründe sich nun darin, dass er durch die evolutionäre Entwicklung des Großhirns eine Reflektionsfähigkeit entwickelt habe. Er habe also also damit nicht nur ein Ich-Bewusstsein, wie manch anderes höheres Tier, sondern könne dieses Ich-Bewusstsein selbst zum Thema machen. Damit sei es unsinnig, direkt vom Tier auf den Menschen zu schließen: Tiere gehorchten ausschließlich ihren Trieben, während der Mensch sich selbst "beherrschen", durch zusätzliches reflektieren sich für einen bestimmten Umgang mit seinen Trieben entscheiden könne (so sein Großhirn leistungsfähig sei). Dass des Menschen in Erscheinung tretendes Verhalten aus zwei Quellen, nämlich dem Triebsystem und der Gehirnsteuerung gespeist wird, verdeutlicht von Cube an der sexuellen Verhaltensweise: So suche der Mensch bei hoher Triebstärke nach dem die entsprechende Triebhandlung auslösenden Reiz. Er zeige "Appetenzverhalten". Allerdings ist die Durchführung der Triebhandlung laut der von von Cube vorgestellten Verhaltensbiologie in den meisten Fällen von der Reflektionsfähigkeit abhängig, die sich für oder gegen den Triebaufschub entscheiden könne. Diese Fähigkeit der "Beherrschung" sei aber noch nicht genug, um die Auswirkungen der Reflexionsfähigkeit zu beschreiben. Die Reflexionsfähigkeit versetze uns auch in die Lage Reize bewusst und unbewusst zu übersteigern, sie zu verstärken um eine ebenso verstärkte Lustempfindung erleben zu können. Durch diese Reizmanipulation sei das ökologische Gleichgewicht gefährdet. Denn der Mensch besitze die Fähigkeit Reize zu erschaffen, dadurch seinen Bedarf nach Lust zu befriedigen, aber das Aktivitäts-Potential, also das von der Natur kalkulierte Pensum an Aktivität um einen Trieb zu befriedigen, werde nicht ausgelebt. Dies könne zu schweren sich immer mehr übersteigernden Aggressionen führen. Felix von Cube sieht in der Entfremdung des Menschen, in der Uneinsicht des Menschen gegenüber der naturgegebenen Tatsachen eine große Gefahr für die zukünftige Existenz des Homo sapiens sapiens. Alles in allem ein ein sehr interessantes Werk. Ganz besonders in einer Zeit und Gesellschaft in der dem scheinbar omnipräsenten Handlungsinstrument Geld immer aggressiver ein transzendeter Charakter verliehen wird. Oder anders: Es tut gut zu erfahren, dass das Menschsein auch nur was ganz natürliches ist. Man sollte dies aber als eben solches auch pflegen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Natürliches Motivationspotential nutzen,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fordern statt Verwöhnen. Die Erkenntnisse der Verhaltensbiologie in Erziehung (Taschenbuch)
Cubes Menschenbild ist das eines erwachsenen, reifen, souveränen Menschen. Der zu beschreitende Weg dorthin bedeutet die Integration des natürlich angelegten Aggressionspotentials durch produktiv-kritisches Denken, eingebettet in eine humane Gesellschaftsordnung. Weitere Voraussetzung ist eine Menschenführung, die beginnend beim Schul- und Ausbildgungssystem in ein Führungssystem mündet, die einem solchen Menschenbild Entwicklungsmöglichkeiten einräumt. Deshalb setzt er sich kritsch mit gängigen Führungstheorien auseinander und beschreibt die Rahmenbedingungen, unter denen diese Menschenführung gelingen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Erkenntnissen der Verhaltensbiologie. Die Herausforderung der heutigen Zeit, Wege weg von Brutalität, Terror und Umweltzerstörung ( BSE und MKS Probleme ) hin zur Wiederherstellung ökologischer Lebensgrundlagen zu finden, käßt ihn zu dem Schluß kommen, dass die Reduzierung des derzeitigen luxeriösen Lebensstandarts zwingend erforderlich ist. Damit macht er sich nicht unbedingt jeden zum Freund, erst recht nicht " Wachstum um jeden Preis " predigende Politiker. Die von Cube leicht nachvollziebar erläuterte Wissenschaftstheorie ist durch praktische Beispiele aufgelockert. Der Bereich Führungstheorie hätte noch etwas ausgebaut und präzisiert werden können.
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