Das Prong aus dem Hardcore stammen, müsste eigentlich den Meisten bekannt sein. "Force Fed" ist das erste vollständige Album der Band. Ihm vorrangegangen war die EP "Primitive Origins" auf der man noch weitaus mehr dem Hardcore fröhnte als auf diesem Longplayer. Auf "Force Fed" ist schon teilweise rauszuhören wohin die Reise einmal gehen wird, nämlich in Metal-lastigere Gefilde. Man kann erkennen, dass die Band hier und da wohl oft Slayer gehört haben muss.
Jedoch ist die Platte von einer Großtat wie dem nachfolgendem "Beg To Differ" noch meilenweit entfernt, und hat auch musikalisch nur wenig mit dem zu tun was noch kommen wird. Abgehackte Stakkato Riffs sucht man hier nämlich vergebens. Die späteren Trademarks sind generell noch kaum vorhanden, wenn man mal von Tommy Victors Gesang absieht.
Dennoch ist das Album alles andere als schwach, es lässt sich auch stets erkennen, dass hier Prong am Werke sind.
Die Nummern sind überwiegend schnell gehalten oder im schnelleren Midtempo-Bereich angesiedelt. Ein Track sticht jedoch besonders heraus, nämlich das langsame, 8-minütige 'Third From The Sun'. Dieser erinnert noch am ehesten an die späteren Songs der Band. Mit einem experimentellen Mittelteil versehen und einer leichten melancholischen Atmosphäre hebt sich 'Third From The Sun' besonders von den übrigen Tracks ab. Den meisten müsste das Stück in seiner Live-Version vom Nachfolgealbum bekannt sein.
Die restlichen Songs durchgängig von guter Qualität, wenn auch etwas ungewöhnlich, eben noch nicht richtig Prong. Auch die Produktion hätte etwas druckvoller sein können, aber darüber kann man gerne wegsehen.
Denn alles in allem ist "Force Fed" ein sehr interressantes Zeitdokument einer Band, die Geschichte schreiben sollte!