Endlich wieder etwas Neues von Salvatore Licitra, der meiner Meinung nach einer der wenigen echten Startenöre ist. Durch sein erstes Album mit bekannten Opernarien habe ich diese Stimme überhaupt erst kennengelernt, die für mich italienischen Opernschmelz schlechthin verkörpert! Wie erfreulich, dass er noch einmal nachlegt und jetzt ein zweites Solorecital veröffentlicht, wieder mit rein italienischem Repertoire. Natürlich, mit der Strahlkraft in der Höhe kann er allemal punkten. Aber das ist es nicht alleine. Seine Stimme ist voller Volumen, aber trotzdem unglaublich beweglich, beeindruckt in den sanften Piano-Tönen ebenso sehr wie im schmetternden Fortissimo. Und dazu bietet ihm das Repertoire – die anspruchsvollsten Verismo-Partien überhaupt –reichlich Gelegenheit. Von klagenden Turiddu (aus Cavalleria Rusticana) bis zum rasenden Otello mit dramatischer Tiefe – Licitra beweist in allen Partien eine Sicherheit und Ausdrucksvielfalt, die zu bewundern ist!