Wundervoller Film. Bette Midler und James Caan als Ginger und Fred in den amerikanischen Kriegen des letzten Jahrhunderts. Normandie, Korea, Vietnam. Midler singt, lacht, weint, tanzt 135 Minuten lang durch die Lebensgeschichte der fiktiven US-Chanteuse Dixie Leonard, daß es eine wahre Freude ist. An ihrer Seite James Caan als hinterhältiger, publicitygeiler Kotzbrocken - aber nicht weniger charmant. Mark Rydells mit Abstand bester Film - wenn man von seinen genialen Auftritten als Gangster in Altmans "Long Goodbye" und Pollacks "Havanna" absieht. Glanzvoll sarkastische Dialoge. Sentimental und bitterböse gleichzeitig. Selbst die absurden Altersmasken von Midler und Caan - die aussehen als hätte sie Muppetchef Jim Henson nachts daheim gebastelt- sind konsequent, weil die beiden am Ende immer noch (mit dann zwangsweise unbeweglicher Miene) ihren Kleinkrieg mieinander weiterführen wie zwei beleidigte Mumien. Und Midler platzt natürlich selbst unter dieser Pappfassade noch vor Energie. In der kleinen Apocalypse von Vietnam singt sie "in my life" von Lennon/Mc Cartney und kriegt die verrohten Soldaten für Augenblicke zum Schweigen. Am stärksten von allen starken Szenen ist der kurze morgendliche Schlagabtausch im Korea-Kriegszelt, nachdem Caan und Midler die einzige Nacht ihres Lebens miteinander verbracht haben. Tragödie, Witz, Bissigkeit, Niederlage und Sieg auf engstem Raum. Unter der Oberfläche des intelligenten Tränenquetschers tiefe Konflikte: Anpassertum, Nationalismus, Lebenslügen. Hundertprozentige Unterhaltungsempfehlung. Den Soundtrack kann man gleich auch noch mit anpreisen. Wie konnte so ein Film - damals 1991- keine Zuschauer finden? Man lernt immer wieder, daß in der Filmgeschichte der Publikumsgeschmack wahrhaftig nicht mehr als Schall und Rauch wert ist.