Nach mehreren genialen Alben ist es sicherlich schwer einen ebenbürtigen Nachfolger abzuliefern. Was also tun? Gewohnte Wege weiterverfolgen und Gefahr laufen die Fans zu enttäuschen, oder einen neuen Weg einschlagen?
Wer also, wie bisher, eine Rockplatte erwartet, sollte sich dessen bewusst sein, dass hier seine Erwartungen nicht wirklich erfüllt werden. Wer sich einfach nur ein neues Album wünscht und für andere Genres offen ist, der wird begeistert sein. Nach mehrmahligem Hören des Albums weiß ich leider immer noch nicht in welches Genre ich dieses Album einordnen soll, aber was macht das schon? Ganz im Gegenteil, es erfreut mich, dass es noch Musiker gibt, die versuchen eigene und neue Wege zu gehen und nicht auf Genres festgefahren sind, sich nicht in Schubladen einsortieren lassen sondern sich selbst neu definieren, neues ausprobieren und am Ende sogar noch überzeugen können. Die Songs sind wie gewohnt eingängig, ausserordentlich gut arrangiert, von begabten Musikern eingespielt und mit Anouks wunderbarer Stimme perfekt ergänzt. Wer Musik auf hohem Niveau schätzt wird hier definitiv nicht enttäuscht.
Einen Vergleich zu anderen Alben von Anouk zu ziehen macht nur wenig Sinn. Anouks Alben (bis auf eine Ausnahme) sind in sich selbst stimmig, und auf ihre Art und Weise einfach gut! Aber warum muss man immer Vergleiche antellen? Am Ende ist ein Album immer das schlechtere. So gesehen bin ich froh, dass Anouk einmal etwas ruhigere Töne einschlägt, nun habe ich für verschiedene Gelegenheiten/Stimmungen stets das passende Album...
Ich bin schon gespannt was als nächstes kommt. Vielleicht geht es wieder zurück zum Rock? Aber komme was wolle, vorerst ist For Bitter Or Worse eine tolle Ergänzung in der CD-Sammlung, welche derzeit sehr häufig im CD-Player landet.