Ich glaube, der hier aufgeführte "Horror"-Rezendent scheint da wohl erhebliche musikalische Wahrnehmungsdefizite zu haben oder er hat schlicht und einfach was verwechselt (kann ja auch mal passieren). Anders kann ich mir seine absolute Fehlinterpretation nicht erklären. Wie auch immer, der geneigte Musikliebhaber wird die Nichtkompetenz (was die Beurteilung dieses Werkes betrifft!) aus seinen Zeilen sicher herausgelesen haben. Mit Geschmachssache hat das weniger zu tun.
Also, den meisten wird Daniel Lanois auf Anhieb wahrscheinlich nichts sagen. Aber vielen ist er ganz bestimmt schon unbewusst untergekommen. Er hat nämlich als Produzent und Musiker maßgeblichen Anteil an einigen Millionensellern von U2 (Achtung Baby) und Peter Gabriel (So, Us). Diese Werke tragen eindeutig seine charakteristische Handschrift, die sich hauptsächlich in einem atmosphärisch dichten und oft auch etwas düsteren Klangbild zeigt. So ist auch dieses zweite Solowerk von ihm gehalten. Es gibt überwiegend gigantische Gefühlsbrecher wie "The Messenger", "Still Learning How To Crawl", "Death of a Train" oder auch den Titelsong "For The Beauty Of Wynona". Daneben sorgen aber auch eingängigere Rocknummern wie "The Unbreakable Chain" oder "Lotta Love To Give" für die nötige Abwechslung. Insgesamt ergibt sich so eine interessante Mischung einzigartiger Songperlen.
Ich kann jedem der an tiefgründiger Musik mit Langzeitwirkung interessiert ist, dieses Meisterwerk nur empfehlen. Bei mir hat diese CD jedenfalls einen festen Stammplatz in meinen All-Time-Top-CDs.